

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die popelig-peinliche Affäre um das mutmaßliche Gemauschel des charismatisch minderbegabten Bundespräsidenten-Azubi Christian Wulff zieht immer weitere Kreise. Da er sich strikt weigert, den Kleister vom Pöter zu kratzen und seinen Stuhl zu räumen, einfach nicht mehr raus geht und den Bellevue-Eingang mit einem neuen ikea-Sofa blockiert hat, besteht wohl kaum eine Chance, den müden Grinser loszuwerden. Freiwillig geht er jedenfalls nicht, dann bekäme er auch Ärger mit seiner Frau, hört man. Deshalb bleibt er mit sanftem Lächeln einfach ganz still sitzen und hält sich Augen und Ohren zu, bis die Wundheilung der Zeit das einst so ehrenhafte Amt mit dem Schorf des Vergessens überzogen hat. Hofft er jedenfalls. Derweil nehmen die Vorwürfe und Anschuldigungen allerdings keineswegs ab. Jedes genutzte Sonderangebot, jeder unschuldig eingestrichene Millionenkredit und jedes unvollständig beklebte Rabattmarkenheft wird ....

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Verrückt! Da ziehen die Sender zum Jahresbeginn einen gigantischen Entertainment-Trumpf nach dem anderen aus der Mülltonne, aber niemand nimmt so recht Notiz davon, denn plötzlich wird die gesamte Fernsehwelt beherrscht von einem mild lächelnden Mann aus Hannover, der nicht mal beim Casting gewonnen hat! Für viele ist er (zumindest während ich diesen Text schreibe) noch immer Der Bundespräsi, für andere The Wulfferine oder einfach Chrischi, der Bausparfuchs. Doch egal welcher Name, verblüffend bleibt, dass ein früher eher unscheinbar wirkendes Männlein das gesamte Medienleben auf sich allein konzentriert, obwohl es vorwiegend schweigt und seine wenigen Worte mit der leierigen Langsamkeit eines batterieschwachen Kassettenrecorders knödelt. Trotzdem gibt es seit Wochen fast kein anderes Thema als seine kleinen Mauscheleien und privaten Mailboxnachrichten an ausgesuchte Journalisten...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Der Versuch, beim TV-Klimagipfel in Köln-Hürth einen einheitlichen Rettungsschirm zur Regelung des Schadstoff-Ausstoßes aller deutscher Fernsehstationen zu verabschieden, ist größtenteils gescheitert. Bevor man sich voneinander verabschiedete wurde allerdings verabschiedet, dass bis 2015 ein verabschiedungsfähiges Abkommen vorläufig verabschiedet werden soll, dass 2020 gegebenenfalls in Kraft treten könnte, falls sich die betreffenden Sender bis dahin nicht schon selbst verabschiedet haben. Der EU-Verbund der Ewig-Ungesehenen Kleinstationen und Entwicklungssender drängte auf verbindliche Richtlinien im gemeinsamen Bestreben, die Ausstrahlung von Formaten mit erhöhten Schwachsinns-Emissionen auf ein für das menschliche Hirn erträgliches Maß zu reduzieren. Man stützte sich hierbei auf die Studien...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Völlig unerwartet wurde vor wenigen Tagen die Kreditwürdigkeit dieses Jahres von den führenden Rating-Agenturen der Welt von AAA auf AbisZplusUmlaut herunter gestuft. Ein Blick in die Bücher zeigt, dass 2011 am Ende sei, heißt es in der offiziellen Begründung. Man glaube nicht, dass die Bonität ausreiche, um mit der geringen Reserve an Rest-Tagen ein Jahr dieser Größe stabil weiterführen zu können. Kanzlerin Merkel reagierte wie gewohnt sachlich übereilt und erklärte zum 31.Dezember den geordneten und endgültigen Ausstieg aus 2011. Koalitionspartnerin FDP stimmte dem Beschluss zu, kritisierte allerdings die Schnelligkeit des Vorhabens, weil sie gern als erstes auf die Idee gekommen wären. Des Weiteren wurde vorgeschlagen, 2011 nachträglich zum ‚Jahr des Ausstiegs' zu erklären. Erinnern wir uns nur an den spektakulären Ausstieg bzw. Aus-Sprung der CDU aus der bis dato supersicheren Atomkraft. Doch damit nicht genug: Gottschalk ...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
In letzter Zeit war viel zu hören über die bislang wenig beachtete Berufsgruppe der so genannten ‚V-Männer'. Was ist das eigentlich? Nun, das V steht für Vieles: Vertrauen, Verbindung, Verbrecher, Vollidiot, Versager - das alles zusammen ergibt dann das ganz große V wie Verfassungsschutz! Im Grunde ist V-Mann ein Ausbildungsberuf wie jeder andere, allerdings mit dem großen Vorteil, dass ein niedriger IQ, mangelnde Bildung und generelle Unfähigkeit hier zum Einstellungsprofil gehören. Als Einstieg empfiehlt sich ein Praktikum auf dem Gebiet der Kleinkriminalität, vorzugsweise im Fachbereich Rechtsextremismus. Nichts Großes, nur ein wenig hinein schnuppern, Kontakte knüpfen, Leute kennen lernen. Dann meldet man sich bei seinem zuständigen ‚VP-Führer' (klingt schon sympathisch) vom Vergeigungschutz. Das ist eine Art Sozialamt und Beratungsstelle für angehende Straftäter, die dem orientierungslos vor sich hin hetzenden Neonazi mit Tipps....

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die wichtigste Erfindung der Menschheit war, nach dem mehrlagigen Klopapier und der Fernbedienung, ganz zweifellos die ‚Werberelevante Zielgruppe'. Lange, ja viel zu lange, interessierten sich die Hersteller der medialen Unterhaltungsware für ihr gesamtes Publikum, die Alten wie die Jungen. Doch irgendwann erkannten sie ganz richtig, dass die Kids mit ihren pissigen Taschengeldkröten im Grunde viel zu uninteressant für die Werbekunden waren. Interessant werden sie erst ab ca. 14, wenn sie clever genug sind, ihren Eltern das Geld zu mopsen. Und die alten Schnarchsäcke über 50 kann man sowieso in der Pfeife rauchen, die sind so gut wie tot, fast alle pleite und generell einfach zu alt, dachte man sich. Also erfanden ein paar kreative Koksköppe im Zauberland RTL die ‚Werberelevante Zielgruppe der 14-49jährigen'. Nicht diskriminierend gemeint gegen den Rest, es soll ja nicht bedeuten, dass man die jüngeren und älteren nicht schätzt und respektiert – sie sind einem nur scheißegal!...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da bedeutete eine Million richtig viel Geld. Sogar in D-Mark, und das war ja nur die Hälfte. Die 100.000-Mark-Show mit Ulla Knack-und-Back war vor knapp 15 Jahren nicht nur wegen ihrer überblöden und überlauten Kandidaten- und Zuschauerfolter in der Diskussion, sondern auch weil die Gewinnsumme so astronomisch war. Den Begriff ‚Milliarde' kannte man nur von Dagobert Duck und ahnte ihn irgendwo zwischen Billion, Trillion und Fantastillion. Doch spätestens seit halb Europa bei ebay ab ein Euro angeboten wird (keine Gebote) und Sender wie Pro7Sat1etc. mehr Schulden jonglieren als Griechenland, schwirren die irrsinnigsten Mega-Summen durch die Lüfte. Während im Bundeshaushalt letztens noch kleinkrämerisch um jedes pissige Milliönchen für Sozialhilfe oder Kindergeld geschachert wurde, weil ja im Grunde überhaupt nüscht da ist, pfeffern die Krisen-Strategen...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Das TV-Business hat sich extrem verändert. Noch bis in die späten 80er galt das Fernsehen als die Königsklasse der Massenmedien. Da kam man nur hin, wenn man wirklich etwas konnte, viele Sender forderten sogar so etwas wie ein Studium oder eine Ausbildung. Aber wenn man es erst mal geschafft hatte, konnte man dort mit etwas Glück auch wirklich Spaß haben und ordentlich was verdienen. Verrückte Zeiten waren das... Heute kann absolut jeder ins Fernsehen, man muss es nicht mal wollen. Irgendwas findet man schon. Ein charmantes Äußeres ist dabei keine Voraussetzung mehr, zur Zeit sucht man eher ‚authentische Typen'. Also überbreite Mega-Fette, bis zum Sack Volltätowierte, Brust-/Kopp-und-Arschoperierte, zugepiercte Hackfressen und ganz generell Leute, denen die eigene Blödheit schon beim Atmen aus der Visage weht. Menschen wie Du und Ich halt. Abgeschlossene Schulbildung oder sonstige Beweise erfolgreicher Verstandsbenutzung...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die öffentlich-redlich bemühten Sender gaben kürzlich bekannt, dass sie in den nächsten Jahren gern ein ganz klein wenig mehr GEZ-Kohle von uns hätten. Nicht wirklich viel, im Grunde die niedrigste Erhöhungsrate ever, gerade mal pissige 1,5 Milliarden. Im Vergleich zu Griechenland quasi ein Ouzo aufs Haus, fast schon peinlich so wenig zu verlangen. Eine vollkommen nachvollziehbare Summe, wenn man einfach mal nachrechnet. Rund 500 Millionen gehen für den Sport drauf, von WM und EM bis hin zu Völkerball, Sackhüpfen oder Dackelweitwurf. 150 Mio. kommen noch mal extra für die Champions League obendrauf, damit wir die nicht mehr umsonst bei Sat.1 gucken müssen.
Dann kann man natürlich nie ausschließen, dass mal wieder irgendein europäischer König/Prinz/Fürst seinen Wurm nicht bei sich behalten kann und unbedingt heiraten möchte. Was dann tagelang live übertragen und mit teurer Krawatte moderiert werden muss, sagen wir mal für 20 Millionen. Das ganze mal zwei, denn ARD und ZDF übertragen...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Es gibt Nachrichten, die sind so bestürzend, dass sie einem quasi den Boden unter den Füßen wegreißen. So wie kürzlich, als in zahlreichen hoch seriösen Boulevard-Revolverblättern Mutmaßungen darüber zu lesen waren, hinter den Kulissen der Volksmusiek wäre die Welt gar nicht so heil wie wir immer alle dachten! Anlass für diese ketzerische Behauptung waren Gerüchte, in der Vorzeige-Ehe des vokalarmen Blasebalgs Stefan Mross und seiner blondgelockten Sangesgattin Stefanie Hertel würde es vielleicht kriseln, obwohl sie auf Bildern immer noch lächeln. Eine Meldung von höchster Brisanz, die wie ein Hurrikan durch die Medien wirbelte und selbst den kurz vor dem Umkippen stehenden Sack Reis in China zeitweilig um seine Popularität fürchten ließ. Doch auch wenn diese schockierende Schmuddelaffäre uns alle im Grunde einen Wildecker Herzbubenschiss angeht, so stürzte sie doch nicht nur mich in eine ernste Glaubenskrise...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Und wieder ist ein Stückchen Heile Medienwelt zerbrochen: der von uns allen geliebte und stets so unschuldig erscheinende Innovationssender mdr (Mittelmäßig Durchschnittlicher Rumpelfunk) soll in Wirklichkeit all die Jahre eine Brutstätte von Schieberei, Betrug und Korruption gewesen sein. Jedem anderen der arroganten ARD-Angebersender hätten wir das zugetraut, sogar dem lotterhaften Sündenpfuhl ZDF, aber doch nicht dem tapsig-unbeholfenen Knuddelkanal aus dem Osten! Das putzige Überbleibsel einer vergangenen Epoche, in der bekanntermaßen nicht alles schlecht war, der letzte Sender, der sich nicht schämte, die Uhren vor dreißig Jahren angehalten und seitdem konstant zurückgedreht zu haben. Eine Art Serengeti für vergessene Restpromis, die zu hässlich fürs Dschungelcamp waren, der Gnadenhof des deutschen Fernsehens, das Häkeldeckchen auf der Eiche-Rustikal furnierten Kreativtruhe der Öffentlich-Rechtlichkeit...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Dummheit ist eine faszinierende Pflanze. Je verdorrter und ungenutzter die brachliegende Gedankenwüste im Humus des menschlichen Verstandes vor sich hingammelt, desto kräftiger blühen im Dunkeln die Knospen der Stumpfsinnigkeit. Das Doofe im Kopf ernährt sich von der Faulheit, Ignoranz und Selbstüberschätzung des Schädelinhabers, und wie eine Kakerlake überlebt es selbst das komplette Absterben der eigenen Intelligenz. Ähnlich dem degenerierten Amerikaner, der sich mümmelweiche Toastschnitten ungeröstet in die Fresse schiebt und vorher möglichst noch die (zumindest entfernt an echtes Brot erinnernde) Labber-Rinde abschneidet, versucht das Fernsehen uns mit geschmacksneutral püriertem Einheitsbrei den Brägen zu füllen und so unsere mentale Trägheit zu fördern.....

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Journalismus ist ein mühsames Geschäft, vor allem im Zeitungsgewerbe. Wenn man als durchschnittlicher Leser so ein krickeliges Käseblatt um den Fisch wickelt oder auf dem Scheißhaus in die Tonne drückt, sieht immer alles so einfach aus. Aber in Wirklichkeit muss man als Journalist ganz viel schreiben, immer wieder, und dann soll das alles auch möglichst noch stimmen, muss aber trotzdem auch voll interessant sein, aber bloß nicht zu anspruchsvoll und mit Foto. Im Fernsehen bei TAFF!, PIFF!, PUFF!, RED!, BLITZ!, KOTZ!, BRISANT!, REDUNDANT!, und all den anderen Promiwatch-Magazinen kann man wenigstens noch mit arroganter Süffisanz überheblich grinsen und so tun, als stünde man über den Dingen anstatt mit beiden Beinen im Dreck....

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Mit imposanten Shows und sensationellen Buffets haben die großen Senderfamilien jüngst ihre Programm-Highlights für das nächste Jahr vorgestellt. Auf Überraschungen wurde dabei bewusst verzichtet, um das Publikum nicht zu überfordern. Der deutliche ‚charmante Retro-Trend' (auf deutsch: das wahllose Ausbuddeln und künstliche Wiederbeleben uralter Schmonzetten-Kadaver) macht allerdings plötzlich absoluten Sinn, sobald man den genialen Masterplan hinter der armseligen Fassade erkannt hat. Nicht erst seit der SAT1-Serie ‚Der letzte Bulle' wissen wir wie schwierig es ist, Patienten, die nach Jahren oder gar Jahrzehnten aus einem Koma erwachen, wieder behutsam an die Realität zu gewöhnen. Oft ist es hilfreich, ihnen das Gefühl zu geben...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
So sehr es auch schmerzt, es zuzugeben: das Experiment ‚Frau' muss wohl endgültig als gescheitert angesehen werden! Wir alle haben viel Geduld bewiesen, aber irgendwann muss man der Realität ins Auge blicken. Der Versuch, den homo sapiens feminiscus als verbesserte Version des Jahrhunderte lang erfolgreich getesteten Mannes in der Gesellschaft zu etablieren, ist fehlgeschlagen. Das schlechte Abschneiden bei der Fußball-WM war dabei lediglich der letzte Nagel im Sarg. So sehr uns die Medien mit dem festen Versprechen des garantierten Endsiegs auch einreden wollten, das Torten-Krökeln wäre genau so toll wie das echte (mit Kerlen) und die Mädels da unten seien im Grunde nichts anderes als Schweini und Klose mit Möpsen, so sehr enttäuschte der unangekündigte Rausschmiss im Viertelfinale. Noch schlechter als unsere Jungs!...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die Ansage Thomas Gottschalks, nach diversen noch folgenden ‚Best ofs' in wenigen Jahren wahrscheinlich doch erst mal wirklich mit "Wetten, dass..." aufzuhören, hat die Medienwelt erschüttert. Sämtliche Feuilleton-Journalisten, die ihn stets ignorierten und/oder verachteten, knien nun im Staub vor Bewunderung und fordern, dass er für immer bleiben müsse. Unter den Sendern herrscht große Verwirrung. Bei RTL hat man die Rollos runtergelassen und geht nicht mehr ans Telefon aus Angst, er könne bei ihnen wieder eine Late Night moderieren wollen. In dem verzweifelten Versuch, das komplette Programm der Neunziger nachzuspielen, würde SAT1 ihn gern für "Gottschalks Hausparty" wieder zu sich holen, aber ärgerlicherweise gibt es Finanzierungsprobleme, da weder Kerner noch Pocher freiwillig ihre Gagen zurückgeben wollen. Die 16-jährige Schulpraktikantin von Pro7...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Geahnt haben wir es ja schon immer: man kann rohem Gemüse einfach nicht vertrauen! Diese unzähligen Öko-Terroristen, die so viele Jahre versuchten, uns mit schlechtem Gewissen weg von der nahrhaften Curry-Pommes-rot-weiß hin zum lebensbedrohlichen Gemischten Salat zu quatschen, all die fatal falsch predigenden Gesundheitsapostel und feigen Frittierfett-Verweigerer aus Gewissensgründen – ja, jetzt tut es ihnen leid! Jetzt wo die hinterlistige Ratte Rohkost uns durch EHEC ihre teuflische Fratze zeigt und unsere Leichtgläubigkeit verspottet. Noch ist nicht endgültig geklärt, welches gemeingefährliche Grünzeug der Keyser Söze der Gemüsewelt ist, aber die üblichen Verdächtigen werden bereits intensiv verhört: die gehässige spanische Gurke, die treulose teutonische Tomate, die ruchlose Rote Beete,

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Fragte man früher junge Burschen, was sie denn wohl später mal werden wollen, so hörte man häufig Lokomotivführer, Feuerwehrmann und Astronaut, was mit der Zeit allerdings abgelöst wurde von Superstar, Facebook-Erfinder oder Gangster-Rapper. Überraschenderweise befindet sich aktuell auf Platz eins der Traumjob-Charts ein früheres Sorgenkind: der Versicherungsvertreter! Wobei die zahlreichen Berichte über die Betriebsfeiern der Hamburg Mannheimer natürlich viel zu diesem neuen Positiv-Image beigetragen haben. Wo in anderen Spießerbetrieben einmal jährlich zum popeligen Personalkegeln mit selbst geschmierten Schnittchen zu Chart-Hits der Achtziger geladen wird, wissen die Insurance-People halt, wie man es richtig knallen lässt: Schampus-Orgien im Edelbordell mit ...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ich bin wahrlich kein Freund übertriebener Verschwörungs-
theorien, aber ein wenig mysteriös ist das schon. Da erreicht uns die Nachricht vom überraschenden Tod Osama Bin Ladens, und im gleichen Atemzug mutmaßen die Experten, dass nun wahrscheinlich zahlreiche internationale Terrorzellen schon sehr bald auseinander fallen werden. Und keine zwei Tage später lesen wir die Meldung, dass 9live dicht gemacht wird! Zufall? Natürlich... Über die quasi zeitgleich stattfindende Euro-Krise und die Komplett-Umstrukturierung der FDP will ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden. Da kann sich ja jeder selbst seine Gedanken zu machen. Westerwelle trat jedenfalls anscheinend lieber freiwillig zurück, bevor eine amerikanische Spezialeinheit seinen Wohnort googeln konnte...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Keine Ahnung, ob sie es mitbekommen haben, aber der britische Thronfolger Prinz William soll geheiratet haben! Ganz gemütlich, nur im Kreise der Familie mit ein paar guten Freunden. Wenn man ein wenig recherchiert, findet man vielleicht sogar ein oder zwei Fotos im Internet... Haha, kleiner Scherz! Kaum ein anderes Gähn-Event dieses Millenniums wurde obsessiver durch die hyperventilierende Massenmedienmaschinerie genudelt als eben jenes pompös zelebrierte königliche Knattergelöbnis. Allein bei uns berichteten sechs (zum Mitschreiben: sechs!!!) große TV-Anstalten parallel mehrere Stunden live von der nicht enden wollenden Winke-Winke-Kutschfahrt und dem lustlos dahingehuschten Sekundenkuss auf dem Jubelbalkon, mehr noch als beim Zapfenstreich für Guttenberg. Apropos: was macht der alte Titelabzocker eigentlich? Nicht lange her, da beherrschte der charismatisch gescheitelte Kopierdoktor sämtliche Meldungen, jeder kleinste zögerliche Trippelschritt in Rücktrittsrichtung wurde überall aufs Genüsslichste ausgewalzt. ...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Einer der faszinierendsten Sender dieser Erde ist das ZDF. Am einfachsten zu vergleichen wäre es wohl mit einem Krokodil. Mehr oder weniger von der Evolution unbeeinflusst existiert das knarzige Urzeitwesen bereits seit Millionen von Jahren und überlebt dank seiner kaltblütigen Trägheit gelassen fast jede Veränderung der Außenwelt. Auch wenn man als Zuschauer oft gar nichts von ihm mitbekommt und denkt, es wäre schon lange tot oder nur ein vertrockneter Baumstumpf, der im Brackwasser der Medien treibt, so befindet es sich in Wirklichkeit nur in schonender Körperstarre, stets bereit, unerwartet aufzuspringen um zu jagen, zu fressen oder sein Geschäft zu machen. Forscher nennen es nicht umsonst die ‚schuppige alte Panzerechse unter den TV-Stationen' So zeigte das vermeintlich dösende Reptil vom Lerchenberg gerade kürzlich nach Ewigkeiten des bewegungslosen Dämmerschlafs völlig unerwartet seine Zähne, als es pfeilschnell aus der gemütlichen Totenstarre an die Oberfläche schoss, sich gegen die privaten Raubtier-Kollegen durchsetzte und mit einem beherzten Biss die Rechte für die Champions League sicherte. ...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die Bundesregierung kann momentan für ihre verantwortungsvolle Politik gar nicht genug gelobt werden. Unverrückbare Entscheidungen werden so schnell getroffen, verworfen und erneut getroffen, wieder verworfen, überdacht und noch einmal getroffen, dass man schon nicht mehr von einem Zick-Zack-Kurs sprechen kann, sondern eher von einem epileptischen Anfall. Das ist dynamisch, zweckorientiert und mutig, so wie auch ein frisch geköpftes Huhn trotz scheinbarer Hoffnungslosigkeit nicht einfach aufgibt und noch viele Sekunden lang munter und orientierungslos herumflattert, bevor es der körperlichen Abtrennung vom maroden Denkzentrum überhaupt gewahr wird.
So ist die nun angekündigte Abschaltung der meisten großen Fernseh-Anstalten nur konsequent. Auch wenn bislang von den medialen Unterhaltungsbetreibern stets behauptet wurde, dass unsere TV-Meiler sicher seien und die ausgestrahlten Sendungen die festgesetzten Verblödungs-Richtwerte nicht überschreiten, bieten die aktuellen weltweiten Entwicklungen Anlass zur Sorge und zum Umdenken...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die zahlreichen Katastrophen der vergangenen Wochen und ihre globalen Auswirkungen haben uns alle zum Nachdenken gezwungen. Auch mich. Allerdings muss ich klar sagen, dass ich persönlich in den nächsten Wochen für den drohenden Weltuntergang leider nicht zur Verfügung stehe.
Sorry, aber ich schaffe es einfach nicht. Terminprobleme. Mein Kalender ist pickepackevoll, ich könnte nicht mal eine kleine nationale Krise oder ein mittelschweres regionales Desaster reinquetschen, total ausgebucht!
Glücklicherweise scheint es aber, als wolle sich die Bundesregierung momentan lieber auch aus allem raushalten und deshalb an der nahenden Apokalypse nicht aktiv, sondern nur unterstützend teilnehmen. Das kommt mir sehr entgegen, obwohl ich mich die letzten Tage ziemlich gewundert habe. ...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wahre Helden verlassen uns meist viel zu früh. Siegfried, Spartacus, Jesus, Jeanne D'Arc, Guttenberg – brutal und unbarmherzig wurden ihre erfolgreichen Laufbahnen durch Neider, Spötter und Halunken vorzeitig beendet.
Superschurken und Ikonen des Horrors hingegen sind nicht tot zu kriegen. Hannibal Lecter, Freddy Krueger, Dracula – sie alle leben ewig. Auch Heidi Klum (by Heidi Klum) ist schon wieder da und hetzt ihre spirreligen Spargelgirls bereits in der sechsten Staffel von links nach rechts über den Pro-Sieben-Laufsteg.
Diesem Frischlingsrudel orientierungsloser Frauen-Azubis beim affektierten Latschenlernen zuzuschauen ist immer noch genau so stinklangweilig wie früher, aber da die maliziöse Mädelfolter in gnadenloser Sturheit einfach immer und immer wieder den Bildschirm verseucht, regt sich inzwischen keiner mehr wirklich auf. Sollte man aber!...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Unsere Nation ist erschüttert. Ausgerechnet der erste und einzige wirklich beliebte CSU-Politiker Deutschlands, Karl-Theodor zu Guttenberg, soll bei seiner Doktorarbeit gemogelt haben! Wie hunderte von Experten inzwischen bestätigten, sei sie zusammengesetzt aus Textpassagen diverser Publikationen wie z.B. "FAZ", "NZZ", "Sport-Bild", "Instyle", "Super Illu", "Dekoratives Häkeln", "Dicke Möpse XXL", "Bravo Girl", "Die Bibel" und "Walt Disney's lustige Taschenbücher". Der Rest ist abgeschrieben von anderen Doktoren, die ebenfalls abgeschrieben haben, aber leider nicht mehr wissen, von wem. Vor allem fehlen zitierende Anführungszeichen, für die er als Student damals kein Geld hatte. Zudem befinden sich in seiner Arbeit kaum Bilder, sie ist stinklangweilig und gedruckt auf gebleichtem Papier, was sein vermeintliches Umweltbewusstsein als dreiste Lüge enttarnt. Weitere Untersuchungen ergaben, KTzG habe darüber hinaus die Gel-Frisur von Michel Friedmann und die randlose Brille von Harry Potter übernommen, ohne diese als Zitat oder Parodie kenntlich zu machen...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ach Menno, das Medienleben ist manchmal echt voll total ungerecht! Zwei Wochen lang machte unser aller Lieblingssender RTL mit seinem psychologischen Kammerspiel aus dem Egomanen-Auffanglager im australischen Busch sämtliche Konkurrenten so platt wie eine zertretene magersüchtige Flunder, die von einer Dampfwalze überrollt wurde. Rekordquoten wie bei der ersten Mondlandung, vom Publikum geliebt, vom Feuilleton gefeiert, von der Politik zitiert. Berichterstattung rund um die Uhr, quer durch alle Medien. Kein anderes Thema aus der sonst so drögen Lahmarsch-Welt hatte eine Chance gegen die spektakulären Erlebnisse der eingepferchten Dschungelpflaumen rund um Blöden-Ikone Sarah Dingens-Bummens und das erotischste Show-Liebespaar seit Marianne & Michael. Aber trotzdem ist man in Köln am Jammern! Laut dem bedürftigen Marktführer und Innovationsverweigerer RTL ist nämlich in den Folterpausen bei weitem nicht genügend Werbefläche verkauft worden, da viele Kunden...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Eigentlich müssen wir unseren geliebten Privatsendern sehr dankbar sein. Ohne sie würden wir gar nicht bemerken, wie erschreckend dämlich die Welt um uns herum geworden ist. Das kriegt man im Familienkreis oder in der U-Bahn ja manchmal gar nicht mit. Glücklicherweise aber zeigen uns pädagogische Bildungs-Formate wie DSDS, der Heidi Klum-Top-Model-Gulag und das Dschungel-Camp ungeschminkt und schonungslos, was für eine furchtbare Brut von unsympathischen Vollidioten wir uns über die Jahre als Mitmenschen herangezüchtet haben. Und das alles nur durch die scheinbaren Errungenschaften der humanistischen Erziehung! Wo es früher noch beherzt einen an den Ballon gab, wenn einer zuviel offensichtlichen Dünnschiss laberte, ersetzte der moderne Bildungsbürger den lehrreichen Klaps an die Doofenrübe irgendwann durch ein verständnisvoll genicktes ‚Du, ich respektiere Deine Meinung, aber...’

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Nach all den guten Wünschen, Vorschußlorbeeren und positiven Kritiken für 2011 muss ich leider doch sagen, dass ich vom Neuen Jahr bislang mehr als enttäuscht bin. Im Grunde hat sich gar nichts verändert. Silvester wurde geböllert wie nix Gutes, um die bösen Geister zu vertreiben, aber Westerwelle ist immer noch da. Kerner auch, obwohl er laut einer aktuellen Umfrage der Laberonkel ist, der im deutschen TV am meisten nervt. Rechtmäßig hätte Pocher auf Platz 1 sein müssen, aber den guckt ja niemand mehr. Dummerweise wurden die beiden aber so überteuert eingekauft, dass SAT1 sie einfach senden muss, sonst ist der Laden pleite. RTL macht solche Fehler nicht, die kaufen gar keine neuen Leute mehr und machen immer exakt dasselbe in Dauerschleife: Supertalent, DSDS, Doofen-Dschungel, Mario Barth belacht sich selbst, dazwischen eine Prise Kloeppel, etwas plosiv und clusiv auf ex, breites Lächeln, betroffen gucken, blablabla, fertig! …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Das Innenministerium hat bestätigt, dass die Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland auch 2011 unvermindert bestehen bleibt. Die gute Nachricht allerdings ist, dass der Besuch von Weihnachtsmärkten zwischen April und August wieder als relativ sicher eingeschätzt wird. Akute Gefahr gehe laut Insider-Informationen vor allem von einer radikalen fundamentalistischen Gruppierung namens ‚Große Koalition’ aus, die sich der Chaos-Theorie, dem mystischen Merkeltismus und Guidollah, dem Gott der Unfähigkeit, verschrieben hat. Ihr Ziel sei es, das Land mit leeren Versprechungen und gezielter Planlosigkeit ins Verderben zu stürzen. Geheimpapieren zufolge bestünde beispielsweise eine Attentatsmöglichkeit in dem als Unfall getarnten Zusammenbruch eines überalterten Atommeilers, für dessen Laufzeitverlängerung .…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die spektakulären wikileaks-Veröffentlichungen brachten es an den Tag: all die händeschüttelnden Politiker und Diplomaten mit debilem Dauergrinsen sind gar keine seelenlos fehlprogrammierten Labermaschinen und Phrasenroboter, wie wir immer dachten, sondern in Wirklichkeit echte bekloppte Menschen, die hinter dem Rücken der Anderen genauso kichern und lästern wie die durchschnittliche Topmodel-Kandidatin.
Doof nur, wenn man all diese kleinen Tratschereien aufschreibt und ordentlich in nicht ganz so geheimen Geheimakten abheftet, irgendwann geht so was immer in die Hose. Aber sehen wir es positiv: Selbst wenn die internationale Diplomatie diesmal so richtig eins in die Eier gekriegt hat und jetzt keiner mehr dem anderen vom Stuhl bis zum Tisch traut, so sorgte der ganze Skandal doch für eine gewisse Volksnähe.…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Der mutige Nachrichtensender RTL machte jüngst mit einem neuen Reality-Format von sich reden, das endlich die Grenzen der Realität erfolgreich ignorierte und in die faktische Welt des Absurden eintauchte. "Das Medium", eine Dokumentation aus der Anderswelt, in der eine spirituelle Schweizerin mit Spukologie-Diplom Leute heimsucht, um via sechsten Sinn mit deren kaputt gegangenen Familienmitgliedern zu kommunizieren. Aufmerksamkeit erfuhr die Sendung aus dem selbst erschaffenen Bereich ‚Emotainment’ vor allem durch den einfühlsamen Besuch der Geisterflüsterin bei der Witwe von Uwe Barschel. Dieser spukt nämlich auch 23 Jahre nach seinem letalen Klamotten-Vollbad immer noch durch die gemeinsame Reihenhausendwohnung und wartet auf eine passende Gelegenheit der Kontaktaufnahme, um endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen.…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die Ankündigung, dass Lovely Lena nach ihrem fulminanten Grand Prix-Sieg auch im nächsten Jahr das deutsche Vaterland auf dem Feld der Sangesehre vertreten und ihren Titel verteidigen würde, stieß bei ARD und Pro7 nicht gerade auf Begeisterung. Was sollte jetzt aus den geplanten zwölf Dutzend Casting-Shows ‚Unser Star für Düsseldorf’ werden, deren Sendeplätze bereits seit 14 Jahren fest eingeplant sind? Nun aber hat der NDR erleichtert bekannt gegeben, dass man eine gewohnt spektakuläre Lösung gefunden habe. Entschieden werde nicht über Lena, sondern über das Lied, das Lena singen dürfen müsse, und so wird Lena in zunächst zwei großen Samstagabend-Shows zwölf Mal gegen sich selber singen, im Finale dann noch sechs Mal. Laut Lena eine harte Herausforderung, denn ihre Gegnerin Lena ‚singt nun mal sehr gut und ist echt sehr süß’!…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Glaubt man den zahlreichen Zeitungsberichten, so muss die Aufzeichnung zur ersten Folge von Pilawas neuer ZDF-Sensations-Quizshow RETTE DIE MILLION eine sehr spezielle gewesen sein. Laut Zeugenaussagen so irgendwo zwischen Geiselnahme, Nahtoderfahrung und Kaffeetrinken in Guantanamo. Von der Show selbst mal ganz zu schweigen. Anscheinend wurde das Publikum über sieben Stunden ohne Wasser und Brot im Studio eingesperrt und bei Rotlicht zum Freuen und Klatschen gezwungen. Selbst der Gang zur Toilette wurde verweigert. Für das Privileg, die neue Frisur von Pilawa live erleben zu dürfen, könne man ja wohl mal ein paar Stunden die Wurst abklemmen und unter den Nachbarsitz strullen, hieß es nur. Außerdem ging man bei der Produktionsfirma davon aus, ZDF-Publikum wäre ohnehin mit Kathetern ausgestattet. …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Immer wenn ein Fernsehpreis vor der Tür steht, hört man irgendeinen Chef irgendeiner Produktionsfirma in irgendeinem Interview sagen: ‚Wir haben in Deutschland das beste Fernsehen der Welt!’ Und weil ich nicht immer nur widersprechen möchte, stimme ich dieser These jetzt einfach mal zu. Ja, unser Programm ist echt spitze! So viel Auswahl, Qualität und Kreativität findet man sonst nirgendwo auf der lahmarschigen Erde. Nehmen wir nur mal den Nachmittag. Da haben wir auf RTL „Verdachtsfälle“(fiktive Fälle über vermeintliche Straftaten in fiktiven Familien), im Wechsel mit „Betrugsfälle“ (fiktive Fälle über vermeintliche Betrugsdelikte infiktiven Familien), gefolgt von „Familien im Brennpunkt“(fiktive Familien in fiktiven Brennpunkten) und „Die Schulermittler“ (fiktive Straftaten an fiktiven Schulen).…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wer hätte das gedacht? Da schien es schon, als wäre das vor sich hin dösende deutsche Volk so fett und faul geworden, dass es sich ohne zu murren einfach jede noch so dreiste Verscheißerung der Regierungsgolems als göttliche Gesetzgebung verkaufen ließe, als sich plötzlich aus dem Untergrund der Gemütlichkeit eine neue Macht des Widerstands formiert! Die Schwaben schlagen zurück, jenes urwüchsig nuschelnde Schwarzwald-Völkchen, das bislang eher die verschlafene Schafherde im gesamt-deutschen Wolfspelz zu sein schien. Nun aber fühlen sich die braven Stuttgarter und Rinnen durch die murksig verplante Bahnhofsunterkellerung ihres schönen Städtchens gehörig aufs Schlipsle getreten und wagen gar den öffentlichen Aufstand. Was man in Deutschland im Grunde seit den Achtzigern nicht mehr gewohnt ist, und von den braven Schwäblis schon gar nicht. Klar, dass man da als Politiker…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Sprachlich gesehen stammt der Begriff ‚Prominenz’ von dem lateinischen ‚prominentia’ ab, was soviel bedeutet wie ‚das Hervorragende’. Früher verstand man darunter Menschen, die durch spezifisches Können aus der Masse hervortraten oder mit besonderer Leistung überzeugten. Heute ist meist der zufällig senkrecht aus dem Darm gedrehte Kackwurstkringel gemeint, der ein kleines Stück aus dem restlichen Stinkhaufen herausragt und den Betrachter an manchen Tagen zum Schmunzeln bringt, bevor er die Spülung betätigt. In der Vergangenheit nannte man diese Art ungeliebter Bekanntheitsbestien häufig auch B- oder C-Prominenz, um scherzhaft auf ihren niederen Rang in der Popularitätskette hinzuweisen.…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Geht man rein nach Marktanteil und Medienpräsenz, dann gibt es momentan nur zwei Personen, die das langweilige deutsche Fernsehen noch retten könnten: Thilo Sarrazin, der starrsinnig schlecht gelaunte Bundesbank-Plattsitzer mit den Nasenflusen, und Daniela Katzenbacher, eine falsch lackierte Barbie-Fehlpressung mit Hirngebläse. Der eine ein provokanter Nationalnörgler mit Hang zum Populär-Rassismus, die andere ein chronisch präsenzgeiles Plapper-Püppchen mit dusseligen Lebensweisheits-Plattitüden in Dauerschleife. Beides Menschen, denen man nicht im Dunkeln begegnen möchte, noch weniger im Hellen. Trotzdem beweisen sie sich als zuverlässige Garanten für Quotenrekorde und Schlagzeilengewitter…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Manchmal, wenn ich entsetzt mit starrem Blick vor dem Fernseher sitze und spüre, wie meine vorher durchaus noch vorhandene Restintelligenz sich langsam in eine breiige Masse verformt und mir aus dem offenen Mund zu suppen droht, dann geistert mir eine Frage durch den Kopf: Wie konnte es so weit kommen? Wie um alles in der Welt ist es möglich, dass ein derart dampfender Haufen Quirlekacke es durch diverse Instanzen bis auf den Bildschirm geschafft hat? Da muss doch einer mal geschrien haben: ‚Nein, um Gottes willen, merkt Ihr denn nicht, das ist Scheiße! Für wie doof haltet Ihr die Leute eigentlich?’ Und wenn das einer gerufen hat – was geschah mit ihm? Wurde er ignoriert? Entlassen? Erschossen? …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Gute Nachrichten! Die neuesten Studien zur landesweiten TV-Nutzung zeigen, dass wir Deutschen endlich wieder mehr fernsehen, im Schnitt ca. 212 Minuten pro Tag. Sehr beruhigend, knapp vier Stunden, in denen die Bekloppten sicher in der Wohnung sitzen und draußen keine Scheiße bauen können. Im Osten sieht es sogar noch besser aus, da wird täglich rund eine Stunde mehr geguckt. Keiner weiß warum. Vielleicht brauchen sie dort länger, um die Sachen zu verstehen oder glauben immer noch, dass sie nicht ohne schriftliche Genehmigung abschalten dürfen. Wahrscheinlich aber liegt es einfach am mdr, dessen dumpfe Monotonie eine Art hypnotische Wirkung auf seine Zuschauer ausübt, …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Völlig überraschend wurde kürzlich eine beinahe sinnvoll erscheinende medienpolitische Reform präsentiert: die Umstellung des bisherigen GEZ-Systems auf eine pauschale Haushaltsabgabe. Wir erinnern uns: die bislang erhobene Pflichtgebühr zur anstrengungslosen Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Kreativkoma-Apparats gilt nicht ohne Stolz als die wahrscheinlich ungerechteste und unsinnigste Zwangsabgabe der ganzen Welt. Blechen muss ohnehin jeder, egal ob man den innovationsarmen Muff der staatlich verordneten Sendezeitverwalter nun nutzen will oder nicht – …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ein schwerer Schock für alle Fans strunzdoofer Serien mit knuddeligen Tieren zum Knutschen: UNSER CHARLY wird eingestellt! Die überaus beliebte ZDF-Schmunzelreihe über die Abenteuer eines charismatischen Jungschimpansen, der das stinklangweilige Leben einer typisch deutschen Spießerfamilie auf ulkige Weise durcheinander wirbelt, war mehr als 15 Jahre lang ein Riesenhit im anspruchsarmen Vorabendprogramm. Doch wieso jetzt das plötzliche Ende? Verlangte der eitle Affe zuviel Bananen? Wollte er sich künstlerisch weiterentwickeln oder so wie alle anderen endlich in der ARD eine Talk-Show moderieren?…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die WM 2010 hielt für uns alle zahlreiche Überraschungen parat. Die Ex-Weltmeister Italien beispielsweise müssen KICKUS und SCHWALBA, die ihnen bislang selbst bei größten Gurkereien stets holden Götter des Fußballs, sehr erzürnt haben. Die weichgekochte Nudelelf durfte sich bereits nach der Vorrunde gegenseitig am Goldkettchen nach Hause führen. Überhaupt taten es fast alle Favoriten Europas aus Höflichkeit den afrikanischen Mannschaften gleich und ließen sich so früh wie möglich aus dem Turnier ballern. …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Mann, das war echt ein Schock, als unser überaus geschätzter Hotte Köhler ohne Vorwarnung die Klotten hin schmiss, gerade als wir noch im Lena-Jubel durch die Botanik hüpften. So ganz genau hat immer noch keiner verstanden, warum eigentlich. Irgendwie dachte er wir hätten ihn nicht mehr lieb und fand es voll doof, dass ein paar Leute ihn fies kritisiert hatten, was auch echt ziemlich gemein ist. Jedenfalls brauchen wir jetzt ganz schnell einen neuen Bundespräsi. Nur wer soll ihn suchen?…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Manchmal meint es das Schicksal nicht gut mit einem, oft sogar noch schlechter mit einer ganzen Nation. So fies wie uns gerade hat es schon lange kein Land mehr erwischt, dagegen ist die Ölpest in Amerika ein launiges Pinkeln ins Nichtschwimmerbecken. Ganz kurz vor der WM springt irgendein tätowierter Brutalo-Kicker unserem allseits geliebten Kapitän Ballack so fies von hinten in die Mauke,…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
So langsam sollten wir uns alle besser darauf einstellen, dass unsere gute alte Welt, so wie wir sie kennen, demnächst doch mal den Arsch zukneifen könnte. So viel Scheiße, wie hier momentan selbstverschuldet gebaut wird, ist rekordverdächtig. Wäre Doofheit ein Zeichen für Intelligenz, so würde der Mensch sicher zu den am höchsten entwickelten Kulturen im Weltall zählen. So aber können wir nur froh sein über jeden Tag, den uns nicht der Blitz beim Scheißen trifft.…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Also wirklich, diese Natur da draußen ist schon ein verrückter Hund! Ziemlich starrsinnig im Grunde, denn immer wieder bockt sie auf und will mit ihrer Stärke protzen. Ein Erdbeben hier, eine Überflutung dort, Dürre, Wirbelsturm, blablabla – und meist gibt sie uns Menschen auch noch dafür die Schuld, weil wir das Ökosytem verletzt hätten! So ganz ernst nehmen kann man sie allerdings nicht: erst jammert sie uns die Ohren voll, wir sollten endlich ihre vielen Ozonlöcher schließen, weil sich die ganze Erde viel zu doll erwärmt, aber dann schickt sie uns einen derart scheißkalten Winter wie den letzten! Anscheinend weiß die zickige Natur auch nicht, was sie wirklich will.…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Man kann eine Menge lernen von der katholischen Kirche. Vor allem wie man jahrtausendelang wildsaumäßig gegen die eigenen Prinzipien verstoßen kann, ohne dass der selbst angenagelte Heiligenschein von der Rübe rutscht oder sich der moralisch erhobene Zeigefinger auch nur um ein halbes Grad zu krümmen droht. Wie schafft man das? Ganz einfach durch hartnäckiges Ignorieren jeglicher Kritik und offensive Empörung über jeden noch so berechtigten Vorwurf seitens der irdischen Welt, vor allem aber durch geschicktes Zurückweisen der Schuld an den eigentlichen Ankläger. Kreuzzüge? Na ja, schon verdammt lange her, und diese Muslime haben auch ganz schön brutal zurück gehauen, mein lieber Scholli, ohne deren Gegenwehr hätte das alles nicht so blutig ausgehen müssen. Hexenverbrennung…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wenn ich mich so in der Welt umschaue und die mehr und mehr um sich greifende Doofigkeit betrachte, dann frage ich mich bisweilen doch schon, woran der grassierende Blödheits-Boom nur liegen mag. Waren wir früher schlauer? Oh Gott, auf keinen Fall! Aber vieles war weniger kompliziert und wurde uns bereits zur verstandestechnischen Verdauung passend zubereitet serviert. Schauen wir uns alte Shows, Serien oder Filme an, so bemerken wir, dass damals gern am Ende die Aussage oder Lehre des Gesehenen in einem kurzen, meist heiteren Epilog zusammengefasst wurde. Ähnlich wie bei den Märchen, die den begriffsstutzigen Vollpfosten zum Abschluss die Moral von der Geschichte noch einmal in einem Satz zusammenfassten…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Schon interessant, wie sich das Verhalten der Allgemeinheit so verändert hat. Wenn früher irgendeine haarsträubende Ungerechtigkeit geschah und die Menschen sich hintergangen fühlten, dann zeigten sie aktiv ihr Missfallen, gingen in Massen auf die Straße, bildeten Lichterketten oder belagerten die schuldigen Institutionen. Heute ist es für alle Halunken, Schweinepriester und Sackratten wesentlich angenehmer geworden, das Volk zu belügen. Offizielle Stellungnahmen, professionelle Beschwichtigungen und kalt gelächelte Halbwahrheiten haben die persönliche Schuldannahme abgelöst, das Publikum lässt sich viel einfacher manipulieren als früher. Wir haben uns inzwischen daran gewöhnt, beschissen zu werden, egal von wem und warum. …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Eine gute Nachricht für die vielen Menschen, die sich schon immer einmal gern mit mir persönlich unterhalten wollten! Mein Angebot für Sie: ein paar Minuten Personal Talking über dies und das oder auch ganz was anderes, für einen einmaligen Freundschaftspreis von nur 5.000 Euro. Ich weiß, ist ziemlich billig, gilt auch nur in der Einführungsphase. NRW-Häuptling Jürgen Rüttgers nimmt zum Beispiel 6.000 (angezogen), aber der Plausch-Verkauf kam leider schleppender in Gang als erwartet, weshalb sein Generalsekretär Hendrik ‚The Pimp’ Wüst auch zurücktreten musste. Sachsens Ministerpräsident Tillich hingegen ist sehr gefragt auf dem Gespräche-Strich, preislich gegliedert in verschiedene Sponsoringstufen: Begrüßung mit Anrede, Nennung der Firma in der Rede plus Kompliment über das Aussehen, kleines Küsschen (8.000 Euro) …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ich möchte an dieser Stelle dem lieben Gott einfach mal Danke sagen. Dafür dass er uns den Guido geschenkt hat. Hand aufs Herz: was wären wir ohne Westerwelle? Wie langweilig wäre das tägliche Polit-Einerlei der ganzen leer gekochten Charakterleichen doch ohne wenigstens einen burschikosen Dampfplauderer wie unseren neuen Außenhirnminister.
Es gäbe nichts zu lachen mehr, nichts worüber man sich aufregen könnte, keine Emotionen. Endlich wieder einer, der einfach durch den Mund raus lässt, was ihm im Darm drückt, und der auch mal sagt was er denkt, selbst wenn er zu letzterem noch gar keine Zeit hatte. Das hatten wir seit Stoiber nicht mehr!
Der Westerwilde will alle Arbeitslosen Schneeschippen lassen’, empörten sich Kollegen aller Fraktionen nach einem Interview, und die Kanzlerin ging auf Distanz zu seiner Wortwahl, man müsse schließlich auch an die Sommermonate denken! Die Debatte um Hartz 4 entbrannte dank ihm aufs Heftigste, weil nach seinen Äußerungen nicht mehr klar war, ob die Bezieher nicht in Zukunft dafür Luxussteuer bezahlen müssten …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wenn man die Ersten schon längst vergessen und die Zweiten unfreiwillig abgeworfen hat, dann bekommt man die Dritten.
Der künstliche Kauleisten-Upgrade vor der Mümmelstarre, ein Anzeichen für den langsamen Übergang in die altersbedingte Gemütlichkeit. Mit jugendlichem Eifer gekämpft und sich die Zähne ausgebissen hat man früher, jetzt genügt man sich mit dem gemächlichen Lutschen an der Wurzel des Lebensbaums. Irgendwann wird einem einfach alles egal, man möchte bloß nicht mehr gestört werden. Was im Grunde auch die Funktion der Dritten Programme im maroden Kiefer der öffentlich-rechtlichen Ohrfeigenvisage ganz wunderbar umschreibt. Man muss sich schon wirklich sehr bemühen, plausible Gründe für ihr kostspieliges Dasein zu finden, die nicht aus dem Bereich der sozialen Altenpflege stammen …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Eines der faszinierendsten und unerklärlichsten Phänomene, das unsere im Grunde doch leidlich zivilisierte Gesellschaft bereits seit Ewigkeiten beschäftigt, ist der so genannte ‚Karneval’. In einigen Gegenden auch bekannt als Fastnacht, närrische Zeit, Fasching oder Arschbunkentage. Sind die heidnischen Rituale zur Ausübung auch regional verschieden, so liegt ihnen doch dasselbe ideologische Fundament zugrunde: die Bildung einer Legitimation für unkontrolliertes Saufen, bis die Leber platzt, und für ein Verhalten in der Öffentlichkeit, das zu anderen Zeiten Inhaftierung, geschlossene Psychiatrie oder zumindest ganz kräftig eins in die Fresse bedeuten würde. Volksetymologisch betrachtet sind die verschiedenen Termini für diesen Kult höchst interessant, fanden die Sprachforscher in ihnen doch zahlreiche Wortstämme, deren Entlehnungen auch einige Erklärungen für die inhaltliche Ausrichtung der praktizierten Bräuche liefern könnten. So finden wir im Wort ‚Karneval’ sowohl lateinisch carne = Fleisch, als auch Kannibale oder val als Kurzform von Vandalismus.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Vom Großteil des Publikums unbemerkt ist das Deutsche Fernsehen nach langer Krankheit im Alter von 57 Jahren verstorben.
Die Leiche wurde von der Polizei in der eigenen Wohnung aufgefunden, wo sie anscheinend bereits mehrere Wochen gelegen haben muss. Zuschauer hatten sich bei den Behörden über den strengen Geruch und die extreme Zunahme an unerträglichen Sendungen auf seinen Kanälen beschwert. Obwohl der Körper den Betrieb noch immer aufrecht erhält und bis auf weiteres nicht vollständig abgeschaltet werden kann, konnten die Ärzte keinerlei Hirnaktivität mehr feststellen. Der Tod ist vermutlich irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr eingetreten, als nur Wiederholungen liefen und sich niemand mehr um die Programme kümmerte …

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wie schade! Gerüchten zufolge hatte RTL geplant, zum Jahreswechsel eine Spezialfolge von WER WIRD MILLIONÄR? zu produzieren, die sich um das Fernseh-Geschehen der letzten Monate drehen sollte. Wurde aber nix, weil man herausfand, dass fast keiner zugeguckt hat. Glücklicherweise wurden mir aber ein paar der Original-Fragebögen zugespielt. So ungefähr hätte eine komplette Runde von 1000 Euro bis zur Million aussehen können:
1000 Euro Wenn Pro7 irgendeine neue Wasauchimmer-Serie ins Programm nimmt, wird sie nach eigener Einschätzung automatisch zum A: Talk of the Town B: Flop of the Year C: Fuck in the Knee D: Whatever Sounds Cool 2000 Euro Welche attraktive Blondine ist als Verjüngungskur seit kurzem Moderations-Praktikantin bei Wetten dass?, um vom labernden Lockenopa Thomas Gottschalk abzulenken? A: Angela Merkel B: Michele Hunzicker C: Kader Loth D: Johannes B. Kerner 4000 Euro Wie heißt eins der erfolgreichsten RTL-Kuppelformate für schwer vermittelbare Randgruppenmitglieder?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die Kritiken für 2009 waren gespalten, aber trotzdem ging jeder rein und machte mit. Klar dass die Produzenten daher schon zu Jahresbeginn das unvermeidliche Sequel ankündigten. Somit erwartet uns nun – von den Machern von 1492, 1933 und 2008 – das neueste und bislang aufwendigste 365-Tage-Spektakel: 2010! Produziert von Roland Emmerich, in ausgewählten Regionen sogar in 3D. Da das Werk ausschließlich mit Laiendarstellern besetzt ist und auf Wunsch von Til Schweiger der Presse vorab nicht gezeigt werden durfte, kann über die wirkliche Qualität nur spekuliert werden. Ein paar Informationen sind allerdings bereits durchgesickert…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Endlich ist es wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür! Die teuerste Zeit des Jahres, aber irgendwie auch die schönste. Vor allem auch die Zeit der Errettung und Erlösung, denn all die Monate wirtschaftlichen Darbens im Klein- und Großhandel finden ihren glücklichen Ausgleich für den Jahresabschluss an den kauflustigen Adventstagen. Die einzigen Wochen hemmungslosen Geldausgebens, chronischer Maßlosigkeit und glühweinklebriger Hirnschmelze. Der fette Weihnachtsmann ist längst zum skrupellosen Erfüllungsgehilfen des internationalen Kapitalismus verkommen.
Und das ist gut so! Denn Konsum ist in Zeiten der Banken-Bulimie kein Luxus sondern Pflicht, das wissen wir alle. Wer dieses Jahr mit so schwulen Ideen wie ‚Man kann sich ja auch mal nichts schenken’ um die Ecke kommt oder was aus alten Kastanien bastelt, ist ein stinkender Kommunist und gehört auf offener Straße angespuckt...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die Medienwelt ist in Aufruhr. Keine Kohle mehr, Ideen schon lange nicht, Perspektive irgendwo im Rektum der Verzweiflung stecken geblieben, blablabla. Das ist nicht gut. Andererseits bedeutet das Kriechen in der Talsohle auch immer die Möglichkeit für ein gepflegtes Ende oder einen knackigen Neuanfang. Die Dinosaurier zum Beispiel kapierten irgendwann ihre mangelnde Flexibilität und starben aus Rücksichtnahme auf die restliche Erdbevölkerung still und heimlich aus. Einfach um nicht durch unkoordiniertes Siechtum allen anderen zur Last zu fallen und irgendwann bis zur Verwesung peinliche Fake-Doku-Soaps über sich selbst drehen zu müssen. In der Fernsehlandschaft haben die meisten maroden Sender allerdings entschieden, aus Protest gegen die natürliche Selektion lieber auf die eigene Würde zu pissen und den nuttigen Weg der sinnfreien Existenz zu wählen, anstatt für die einstigen Ideale zu kämpfen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Eine überraschende Nachricht geisterte kürzlich durch die verhuschte Medienwelt und ließ das deutsche Publikum in ungeduldiger Vorfreude die Öhrchen spitzen: pfiffige Privatsender, wie z.B. die vom Volk sehr geschätzten Stationen der Pro7Sat1etcblablaMedienAG, liebäugeln mit dem Modell des Pay-TV und würden sich demnächst für ihre Dienste vom Endkonsumenten doch gern bezahlen lassen! Ein freudiger Ruck ging durch das Land, juhu, Schluss mit dem dubiosen Abzocke-Monopol der Öffentlich-Rechtlosen, endlich dürfen wir auch für die anderen Sender unseren gerechten Lohn abdrücken! Für echte Qualität zahlen wir schließlich immer gern. Okay, es wurde flink eingelenkt, man plane nicht wirklich gleich die Umstellung zum totalen Gebührenfernsehen, aber weil die Schweinebande von der Werbung immer weniger Kohle für flächendeckende Produktinformationen aus dem Fenster wirft, müssten halt die Zuschauer mal so langsam zur Kasse gebeten werden. Auf anderen Plattformen, wie diesem ominösen Internet, über das man in letzter Zeit soviel hört, klappt das ja anscheinend auch schon ganz gut…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wenn die launische Gegenwart ins Stocken gerät und irgendwie nicht mehr so aufregend erscheint wie die inzwischen so erfolgreich schön gesoffene Vergangenheit, versucht man meist krampfhaft, letztere möglichst originalgetreu wieder auferstehen zu lassen. Also das heißt natürlich nicht ganz so wie damals, sondern viel cooler und moderner, nur billiger und schlechter. Ohne den Reiz des Neuen und mit der Überheblichkeit des vermeintlichen Besserwissens. Geht verständlicherweise meistens in die Hose, ist aber trotzdem einfacher, als sich etwas Eigenes auszudenken. Im Fernsehen passiert das immer dann, wenn die Verzweiflung richtig groß ist und man wirklich nicht mehr weiter weiß. Also in regelmäßigen Abständen. Und gerade jetzt. Da häufen sich dann plötzlich die Meldungen über alle möglichen Murks-Formate von früher, die ungewollt und ungefragt plötzlich wieder neu aufgelegt werden sollen, weil sie angeblich ja mal so toll waren. So wie DER PREIS IST HEISS, jene hektisch überdrehte Volltüten-Parade…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Juhu! So lange haben wir darauf gewartet und endlich ist es nun soweit! Deutschland Reloaded, Germany 2.0 ist da – alles wird neu und toll und besser! Wow. Ein wundervolles Gefühl, ich atme schon ganz anders, viel freier und mehr so mit dem Gefühl von Aufschwung im Schritt. Als Angela Merkel nach Verkünden der Hochrechnungen vor die Kameras trat, so ganz in dunklem Knallrot, strahlend vor Glück, freudig die Hände reckend... man konnte sie anfangs gar nicht erkennen, so aufgedreht wie sie war, ich dachte erst, das ist der Hund von Paris Hilton. Aber schon in der Elefantenrunde schien sie merkwürdig abwesend, wieder mehr so Richtung orientierungsloser Mops, den man vor einer Kneipe angebunden hat. Wahrscheinlich wurde ihr da gerade klar, dass sie von jetzt an den Guido am Hacken kleben hat…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wow, das hätte ich dem maritimen Fischkopp-Seniorenstift NDR gar nicht zugetraut! Da tun die immer so freundlich und seriös, aber in Wirklichkeit wuchert der mafiöse Pilz der Korruption unter ihren öffentlich-rechtlosen Zehennägeln! Da soll doch wirklich deren Fernsehspielchefin Doris Heinze jahrhundertelang hauptsächlich Bücher von ihrem eigenen Ehemann unter falschem Namen (He-Heinz) durchgewunken haben. Nein, wir wollen fair bleiben, es war wohl nicht alles nur Vetternwirtschaft, einige Skripte hatte sie scheinbar auch selbst geschrieben und bei sich unter Pseudonym (Heinz E. Dorris) eingereicht. Was sie manchmal vor lauter Stress und Mittagspausen einfach gar nicht merkte, also keine böse Absicht. Oft wunderten sich die Mitarbeiter allerdings schon, wenn sie mit falscher Nase und angeklebtem Schnurrbart zur Arbeit kam, oder stundenlang lautstarke Autorengespräche führte, obwohl man außer ihr nie eine Seele das Büro betreten oder verlassen sah. Man schob es einfach auf gewöhnliche Geisteskrankheit, nicht unüblich beim NDR. Und dass so viele unterschiedliche Autoren alle die gleiche Adresse und Kontonummer hatten, konnte sehr wohl bloßer Zufall sein.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Sorry, ich krieg nichts mehr mit. Sollte da nicht irgendwann dieser Tage die Merkel-Wiederwahl stattfinden? Oder war die schon, man sieht die Apricot-Lady mit dem Basset-Lächeln ja kaum noch, scheint als wäre das alles schon gelaufen. Lebt die SPD denn noch? Da war doch die Frage, ob die noch mal die Fünf-Prozent-Hürde schafft oder sich vorher aus Versehen selbst auflöst. Allerdings hab ich die noch ziemlich viel auf Plakaten in Nebenstraßen gesehen, mit diesem etwas verkniffen guckenden Typen, der aussieht wie Hans Meiser auf Kortison. Aber dafür gibt es jetzt ja für die jüngeren Leute diese rote Sozis-Revial-Band mit Lafontaine & Gysi, den Lennon & McCartney der Links-Kommunisten aus dem Zonen-Osten (Saarland)…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Schön dass Sie auch mal wieder lesen! Subtile Titel sind halt oft sehr nützlich.
Wenn man berühmt war oder zumindest einmal ganz kurz am Arsch des Prominentendaseins riechen durfte, dann ist es für die Psyche oft verdammt schwer, eines Tages plötzlich nicht mehr von jedem angequatscht oder begafft zu werden. Vor allem wenn man kein übermäßiges Talent hat, sich an der eigenen Intelligenz nicht gerade einen Bruch hebt und der Welt im Grunde rein gar nichts zu sagen hat. Wenn man sich dann in absolut jedem Z-Promi-Doofen-Magazin prostituiert hat und wirklich all das Blabla-Bloggen, Unfug-Twittern und Event-Posing ohne Erfolg geblieben ist, oder aber auch wenn man ganz generell vor lauter Promigeilheit beim eigenen Spiegelbild in den automatischen Masturbations-Modus verfällt – dann hilft nur noch eines, um wieder beachtet zu werden: SEX!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Nostalgie ist etwas Wunderbares. Sie bringt einen dazu, sich begeistert an Dingen der Vergangenheit zu berauschen, die man damals eigentlich scheiße fand. Oder höchstens noch mittelmäßig. Doch je gütiger sich dank der gnädigen Vergesslichkeit der Schleier der Verblendung über das Gewesene legt, umso mehr verdeckt er die hässlichen Dellen der einstigen Realität. Ganz okay + Zeit = Herrlichkeit, könnte man es mathematisch zusammenfassen. So erklärt sich aber auch, warum all die heute halbwegs Erwachsenen, die in den 60ern oder 70ern aus der Mutti gezogen wurden, immer so wunderbar verklärt über das tolle Fernsehen von damals schwärmen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Gott sei Dank, dass endlich diese ganze blöde Emanzipationsscheisse vorbei ist und die Weiber nicht mehr darum kämpfen, ernst genommen oder respektiert zu werden! Mann, das war echt Stress, sich immer anhören zu müssen, Männer und Frauen seien doch schließlich irgendwie gleich, und die Mädels seien nicht nur zum Angucken und Heiraten da, sondern auch als Individuum was wert und all dies intellektuelle Blablabla. Dank dem Fernsehen ist das zum Glück vorüber und die Frauenzimmer wissen endlich wieder, was ihre Bestimmung ist: dem Manne zu gefallen und zu tun, was dieser befiehlt!
Denn schlendern wir einmal quer durch die aktuellen Programme, so erkennen wir, dass sich ein Großteil der überhaupt noch stattfindenden Eigenproduktionen um die Frauen und ihre neue Rolle in der Gesellschaft dreht. Pro7 beispielsweise bläst zur schmierig-stumpfsinnigen Jagd nach dem SOMMERMÄDCHEN, was übersetzt so viel heißt wie "jung, geil und ohne Widerworte'…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die allerschlimmste Horror-Vision, die sich ein treuer Fernsehschaffender nur vorzustellen vermag, ist wahr geworden: am 1.7. dieses Jahres konnten auf Grund technischer Probleme keine Einschaltquoten bekannt gegeben werden! Furchtbarer geht es kaum, das gesamte Medium versank in einer universellen Sinnkrise: Warum haben wir dann überhaupt gesendet? Wozu die Mühe? Mit welchen Argumenten sollen wir unsere Verbrechen am Publikum legitimieren, wenn keine Zahlen für ihre Akzeptanz vorliegen? Etwa durch gesunden Menschenverstand oder unseren eigenen Geschmack? Vergiss es! Dann können wir ja gleich dichtmachen, bei der gequirlten Scheiße zwischen Hirntod und Augenkotze, die wir alle senden. Aber was, wenn gerade gestern die Folge 7243 von Richterin Barbara Walfisch (Samenraub mit Todesfolge durch homosexuelle islamische Fundamentalisten in einem Kölner Fitness-Center) von 96% der werberelevanten Zielgruppe gesehen worden wäre und es nun niemand erführe? Oh gütiger Gott der Marktanteilsmessung, wieso hast du uns bloß verlassen?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Stellen Sie sich mal vor, wir müssten morgen in der Zeitung lesen, die ProSiebenSat1-Media AG hätte finanziell den Hintern zugekniffen und würde mit sofortiger Wirkung den Betrieb der gesamten Senderfamilie einstellen. Oder RTL hätte sich versehentlich selbst in die Luft gesprengt, weil sie die Schmach rückläufiger Werbeeinnahmen nicht verkraften konnten. Ganz ehrlich – würde sich Ihr Puls um auch nur einen Herzschlag erhöhen? Wäre bei Ihnen mit einer emotionalen Reaktion zu rechnen, die über einen kurzen Gähner und ein gelangweiltes ‚Ach was...’ hinausgeht? Also bei mir nicht. Selbst wenn sich die nächsten Angehörigen der ARD entscheiden würden, das alte Schlachtross endlich von seinem Leiden zu erlösen und die Geräte abzuschalten. Na und? Das ZDF ist wahrscheinlich sowieso schon lange tot, nur traut sich seit Jahren keiner den Totenschein zu unterschreiben. Wen kümmert’s? Wir Zuschauer merken es sowieso nicht. Ob ich mir das momentane Programm irgendeines Senders angucke oder einem Schwein beim Pinkeln zuschaue, wo ist der Unterschied? Das Schwein wäre auf jeden Fall die bessere Wahl. Weil es ehrlich und von Herzen pisst und von mir weder Geld noch Applaus erwartet.
[Mit freundlicher Genehmigung von klartext-magazin.]
Oliver Kalkofe drischt in seiner „Mattscheibe“ auf das Fernsehen ein. Im Interview fordert er nun das Ende der GEZ.
Interview: Carsten Eberts und Martin Machowecz
Fotos: Thomas Klinger
Seit 15 Jahren ist Oliver Kalkofe, 43, mit seiner Sendung „Kalkofes Mattscheibe“ erfolgreich. Für Klartext zeigt der Verwandlungskünstler, wie gelangweilt viele Deutsche vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen sind.
Herr Kalkofe, was ist so schlimm am gebührenfinanzierten Fernsehen?
Die GEZ ist ein ungerechtes und unlogisches Zwangsabgabesystem. Ich habe nichts gegen die öffentlich-rechtliche Idee. Aber gegen einen Apparat, der Leute bespitzelt und ausspioniert. Das System ist so kompliziert, dass fast jeder Fehler machen muss.´
Sagen Sie uns, wie es besser geht.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Es tut mir wirklich leid das sagen zu müssen, aber ich kann einfach die Fresse von Boris Becker nicht mehr sehen! Ich habe das Gefühl, ich leide unter akuter Beckophobie, einer Art allergischen Reaktion mit Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen, wann auch immer er wieder unaufgefordert seine emotionslos lächelnde Rotrübe durch irgendein Boulevard-Magazin in welchem Medium auch immer spazieren führt. Also momentan mehrmals täglich. Wenn nicht gar durchgehend. Um ehrlich zu sein, ich fühle mich persönlich belästigt und verfolgt. Kann er sich nicht bitte nur ein ganz klein wenig zurückhalten und vielleicht auch mal aufs Scheißhaus gehen, ohne die Presse zu informieren? Ich kann keine Zeitung aufschlagen, keinen Sender einschalten und nicht einmal gefahrlos durchs Internet surfen, ohne sehen zu müssen, wie der sommersprossige Stammelmaxe Eheringe kauft, die Hose anprobiert, ungestottert das Ja-Wort geben übt, heiratet, sich von der Heirat erholt oder sich beim Atmen filmen lässt. Ich will das aber gar nicht sehen!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Momentan will wirklich jeder von irgendwem gerettet werden. Keiner kriegt mehr selber was auf die Reihe, egal wie großkotzig er vorher aufgetreten ist. Die Banken beispielsweise, deren Vertreter jahrelang mit schmierlappiger Selbstgefälligkeit all die verzweifelten Kleinkreditnehmer wegen mangelnder Sicherheiten abblitzen ließen, während sie mit imaginären Fantastillionen jonglierten wie Dagobert Duck auf Ecstasy. Doch kaum zeigen sich die ersten Rechenfehler plus die Erkenntnis, dass das amerikanische Modell des mutwilligen Kundenbetrugs mit Schmackes in die Hose gegangen ist, kommen sie von allen Seiten wurmgleich angekrochen und betteln ohne ein Wort der Entschuldigung um staatliche Milliardenhilfen – natürlich ganz uneigennützig, weil ja sonst die ganze Wirtschaft darunter leiden würde! Man könnte kotzen, wenn man sich nicht so ärgern würde.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Eines der größten Probleme des ohnehin reichlich anstrengenden Homo Sapiens ist sein überproportional ausgeprägter Geltungsdrang. Er gibt sich nicht wie die meisten anderen Tiere einfach dankbar mit seiner schieren Existenz zufrieden, nein, er will unbedingt, dass möglichst die ganze Welt davon erfährt. Früher war das zugegebenermaßen ziemlich schwierig, da musste man schon eine Weltreligion gründen, König werden oder einen Weltkrieg anfangen, sonst sprach sich der Name außerhalb der eigenen vier Wände niemals rum. Bei der heutigen Medienvielfalt ist das einfacher. Temporäre Vortäuschung ruhmähnlicher Bekanntheitsgrade sind recht simpel herzustellen, denn irgendwie mal mit irgendwas ins Fernsehen zu kommen ist mittlerweile ein Kinderspiel, insofern man nichts dagegen hat, der eigenen Würde auf den Kopf zu pinkeln…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Liebe Zuschauer! Die Situation ist schlimmer als erwartet, wir dürfen die Augen nicht länger vor der traurigen Realität verschließen. Unseren Fernsehsendern geht es sehr sehr schlecht. Nicht nur psychisch, auch finanziell. Diese seltsame Wirtschaftskrise macht sogar vor den kreativen Tempeln der Fröhlichkeit keinen Halt, die so selbstlos und aufopfernd um unsere spirituelle Erbauung bemüht sind. Die Werbekunden brechen weg, hört man immer wieder, einfach so, wie trockenes Geäst in der Baumkrone der Unterhaltung. Weil das engstirnige Volk die Dummheit und Gier der Großen nicht durch verstärkten Kaufwillen auszugleichen bereit ist, stagniert die Wirtschaft, die Insolvenz verbreitet sich schneller aus als die Schweinegrippe und keiner schaltet mehr Werbung, weil die ignoranten Pisser vor der Glotze sich wohlig in ihrer schönen Armut suhlen und sowieso nix mehr kaufen! Ein Teufelskreis. Nur woher bitteschön soll dann die ganze Kohle für die vielen wunderbaren Qualitätsprogramme kommen, die unsere Herzen so mit Freude erfüllen?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Meine Lieblingsgeschichte der letzten Wochen: die bayerische GEZ drohte einer zu 100% Schwerbehinderten, stummen und tauben 88-jährigen mit Zwangsvollstreckung wegen Nichtzahlung der Rundfunkgebühren! Klar, so leicht können sich diese Simulanten-Schnorrer nicht herausreden, sie hätte schließlich beim Inzestfest der Volksmusik die melodischen Vibrationen einfach ertasten können, und die Gute Laune-Schwingungen der öffentlich-rechtlichen Freudenspender erwärmen das Herz, auch wenn man weder sehen noch hören kann! Da muss man sich schon wirklich was Besseres ausdenken, um sich vor der GEZ zu drücken. Wie es sich herausstellte, war letzten Endes aber nur die Bürokratie schuld, weil die verschiedenen Anträge in unkorrekter Reihenfolge an die falschen Stellen gerichtet wurden oder so, und den gesunden Menschenverstand einzuschalten wäre einerseits gegen die Vorschriften und andererseits auch zu anstrengend gewesen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Der menschliche Verstand ist schon eine tolle Sache. Rein technisch gesehen hat ihn jeder und kann ihn sogar kostenfrei benutzen. Ein Großteil tut es allerdings nicht, aus welchem Grund auch immer. Manche aus Trotz, andere aus Angst, es könnte wehtun, viele aus Faulheit und einige, weil sie die Gebrauchsanleitung nicht finden. Denn auch wenn wir alle theoretisch mit der Gabe der Vernunft beschenkt wurden, so muss man sie sich doch praktisch eher vorstellen wie Möbel von Ikea. Die Fähigkeit zum Denken bekommt der Homo Sapiens bei der Geburt mitgeliefert, quasi als Willkommensgeschenk des Lebens, als göttlicher Gruß aus der Küche. Der Verstand ist das Billy-Regal des Bewusstseins. Nur aufbauen und einräumen muss man es selber. Platz ist genug da, und manche Menschen wissen ihn auch zu nutzen, indem sie die Fächer so voll wie nur möglich packen, mit Büchern, Kunst, Spaß, Ideen, Wissen und Erfahrungen. Andere stellen einfach ein paar rosa Porzellanschweine rein und klatschen in die Hände. Die Verwendungsmöglichkeiten sind mannigfaltig.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ostern wird unterschätzt. Das kommt ja quasi so gut wie jedes Jahr und ist immer wieder ein tolles Fest. Im Grunde genau wie Weihnachten, nur halt in anders. Farblich gesehen eher Richtung Grün mit Bunt statt Rot und Weiß. Der fette Weihnachtsmann wird ersetzt durch den ähnlich unsinnigen doch ungleich schlankeren Osterhasen, den man mit dem Kollegen Osterlamm praktischerweise auch gleich zum Fest verspeisen kann. Geschenke werden hier ebenfalls gebracht, allerdings erschreckend weniger, weil das mickerige Köttelkarnickel in seinem Korb nicht so viel transportieren kann wie Santa mit dem prallen Sack. Durch den weihnachtsbedingten Tannenmangel im Frühjahr gibt es keinen offiziell lokalisierbaren Ablageplatz für die Präsente, weshalb man sie einfach überall in die Gegend wirft und aus dem affigen Gesuche danach noch ne große Nummer macht…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Schon seltsam, wie die Welt sich verändert. Früher kannte man gerade mal die Nachbarn, vielleicht noch ein paar doofe Kollegen oder Freunde, sofern man welche hatte. Davon musste man auch mal ein paar zum Geburtstags-Kaffee oder Komasaufen besuchen, aber der Blick in fremde Wohnzimmer oder Lebensmodelle hielt sich irgendwie noch im Rahmen. Heute hat man das Gefühl, mindestens das halbe Land persönlich zu kennen. Fast bei jeder hässlichen Hackfresse, die einem über den Weg läuft, rattert es im Kopf: Woher kenne ich bloß diese Ohrfeigenvisage? Von RTL letzten Mittwochnachmittag? Diese 12-köpfige Inzest-Familie aus dem renovierten Ziegenstall im Gewerbegebiet von Rammelsbüttel, wo sich die minderjährige Drillingsmutter bei ihrer cracksüchtigen Oma diese Pilzinfektion geholt hatte und deshalb die Lehre bei dem aidskranken Schamhaar-Friseur abbrechen musste?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ich bin echt der Coolste! Yeah, fuck, I’m the man, das weiß ich, steht auf meinem T-Shirt, und sogar meine Mutter sagt das. Ich bin voll lässig, sehr lustig, hoch intelligent und extrem bescheiden. Theoretisch kann ich eigentlich alles, vor allem auch Singen, Leistungssport und Modeln, weil das was diese ganzen so genannten Promis können, kann ich ja wohl erst recht. Ich bin außerdem der Mega-Lover und habe ohne Frage den Längsten. Manchmal wenn ich mich im Spiegel anschaue, laufe ich danach ein paar Stunden lang nackt mit einer Mördererektion durch die Wohnung und hänge an meinem Lümmel Wäsche zum Trocknen auf, Bettlaken zum Beispiel oder ein Dutzend Badetücher. Wäre ich eine Frau, ich hätte mir bereits selbst ein Kind gemacht!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wie glücklich waren wir alle doch noch vor wenigen Jahren, da wurden wir auf einmal alle Papst. Ganz Deutschland war im Ratzi-Fieber und genoss die kollektive Heiligsprechung. Doch plötzlich ist das alles vorbei, und niemand will mehr Papst sein, nicht mal der Papst selber. Wie konnte es dazu kommen?
Routinemäßig begnadigte der Heilige Vater eine Herde sündiger Schäfchen, die mal irgendwann wegen irgendwas exkommuniziert worden waren. Darunter auch Richard Williamson, ein durchgeknallter Bischof aus England, der unter anderem die Thesen vertritt, dass die Protestanten von Satan gelenkt werden und Frauen weder Hosen tragen noch an Universitäten zugelassen werden sollten.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Jetzt ist es amtlich (jedenfalls vorläufig): Stefan Raabs Wok WM auf Pro7 muss mit der durchgehenden Einblendung DAUERWERBESENDUNG versehen werden. Zum Schutz für die Zuschauer, damit die verstehen, dass die ganze Werbung darin als Werbung zu verstehen ist. Sehr gut. Es gibt ja auch noch nicht genug unnützes Gekrickel im Bild. Und da wir inzwischen ja alle wissen, dass das Publikum ohnehin größtenteils aus einem unreflektierten Haufen debil vor sich hin sabbernder Allesglotzer besteht, die gar nicht mitbekommen, was da eigentlich vor ihren Augen flackert, ist dies auch äußerst hilfreich. Obwohl ein solcher Warnhinweis dann eigentlich auch bei Wetten dass, Fußball, Formel Eins und allen anderen durch Werbebanner verzierten Sportevents Pflicht sein müsste, in denen die Protagonisten bis auf den Pimmel mit Sponsoren-Hinweisen zugekleistert sind.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ja, keine Frage – es ist wieder mal Jahresanfang! Und es fühlt sich eigentlich exakt an wie das letzte Jahr… und das davor oder das davor oder so. Es ist fucking kalt, wir kriegen von allen zu hören, dass wir den ohnehin engen Gürtel schon wieder enger und die Arschbacken zusammenkneifen müssen. Die Strassen sind gepflastert mit riesigen Bildern vom gebückten Uri Geller, dem hundert Raben aus dem Hintern fliegen, und der mit der baldigen Rückkehr seines mental verstrahlten Mentalistengeschwaders droht. Das Beklopptenheim des Grossen Bruders hat unter Ausschluss der Öffentlichkeit wieder eröffnet und eine Horde exhibitionistischer Ekelfressen ins betreute Wohnen gesperrt. Und überall um uns herum wurden die langweiligen Rückblicke durch die noch langweiligeren Vorschauen abgelöst, die alle nichts wirklich Gutes verheißen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
So, Schluss jetzt mit dem Geheule, ich kann dieses ganze Stöhnen und Klagen nicht mehr hören, wie schlecht es uns doch allen geht und wie schlimm die arme Wirtschaft leidet und was für eine harte Zeit wir vor uns haben! Alles Quatsch mit Soße, was Mimosen-Merkel und die ganzen Jammertitten der Regierung da jaulen, ich freue mich auf 2009, das wird ein Hammerjahr! Endlich geht es mal allen gleich scheiße! Die Superreichen dürfen endlich dieselben Existenzängste haben wie der durchschnittliche Hartz 4 – Empfänger, wir sitzen alle im selben Boot, und jeder kann sich sein Leck im Rumpf selber aussuchen! Sehr cool.
Also krempeln wir die Ärmel hoch und legen los! Hilfe ist angesagt. Über den Zusammenbruch unserer Freunde aus der Industrie und Finanzwelt wird seit Wochen ausführlicher und konsequenter berichtet als über jede Hungersnot oder Naturkatastrophe, und selten wurden so schnell von allen Regierungen der Erde so umfassende Multimilliardenpakete zur Hilfe aus den vorher nicht vorhandenen Portokassen gezaubert wie hierfür.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Liebe Leser jederlei Geschlechts, bitte erlauben Sie mir, Ihnen auf diesem Wege ein wunderbares Weihnachtsfest zu wünschen. Feiern Sie nach Herzenslust, hauen Sie noch mal so richtig auf die Kacke und schmücken Sie sie mit Lametta, packen Sie sich den Sack voller Geschenke und fressen Sie, bis die Hose platzt! Genießen Sie das Fest in vollen Zügen - es kann gut sein, dass wir dieses Jahr zum letzten mal Weihnachten feiern!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wenn einer anfängt zu betteln, kommt auch der Rest angeschissen. Das merkt derzeit auch unsere Große Koalition der Herzen in Berlin, denn nachdem diese den Fehler machte, den zuerst noch großkotzig abwinkenden Banken ihr kleines Milliarden-Care-Paket aufzudrängen, kam nach und nach ein Kapitalschnorrer nach dem anderen aus den Löchern gekrochen, um bei der Bescherung ja nicht vergessen zu werden. Und als die Banken langsam alle den Geldspeicher wieder gefüllt hatten, stand schon Opel auf der Matte, als erster Martinssänger der Autoindustrie. Aber mit Sicherheit nicht der letzte. Und wenn ich mir so die Finanzlage einiger befreundeter Fernsehsender und deren Familien anschaue, könnte ich mir schon vorstellen, wer Oma als nächstes um eine Tafel Schokolade anbettelt.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Meine Lieblingsgeschichte der letzten Wochen: die bayerische GEZ drohte einer zu 100% Schwerbehinderten, stummen und tauben 88-jährigen mit Zwangsvollstreckung wegen Nichtzahlung der Rundfunkgebühren! Klar, so leicht können sich diese Simulanten-Schnorrer nicht herausreden, sie hätte schließlich beim Inzestfest der Volksmusik die melodischen Vibrationen einfach ertasten können, und die Gute Laune-Schwingungen der öffentlich-rechtlichen Freudenspender erwärmen das Herz, auch wenn man weder sehen noch hören kann! Da muss man sich schon wirklich was Besseres ausdenken, um sich vor der GEZ zu drücken. Wie es sich herausstellte, war letzten Endes aber nur die Bürokratie schuld, weil die verschiedenen Anträge in unkorrekter Reihenfolge an die falschen Stellen gerichtet wurden oder so, und den gesunden Menschenverstand einzuschalten wäre einerseits gegen die Vorschriften und andererseits auch zu anstrengend gewesen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ein bisschen beleidigt bin ich ja schon: da wettert man selbst bereits seit Jahren auf das deutsche Fernsehen, beleidigt es samt seiner grinseärschigen Protagonisten aufs Kreativste, unterwandert das System, motzt und rotzt und klagt und schimpft, aber irgendwie scheint das keine Sau zu interessieren. Lass den kleinen dicken Mann ruhig reden, sagen sich die Verantwortlichen, ist doch niedlich, wie er sich aufregt, hahaha! Sicher hat er recht, irgendwie, aber wir können halt nix dagegen tun, ist nun mal so, lalala, komm, wir ziehen die Nase noch mal längsseits des Schreibtischs und machen früh Feierabend! Doch kaum kommt da so ein 88-jähriger Literaturpapst daher, schmeißt aus rechtmäßig genervter Langeweile den ehrenwerten Gästen des hehren deutschen Fernsehpreises ihre Statue vor die Mauken und sagt, dass er die ganze Grütze in der Glotze richtig zum Kotzen findet, da stehen sie alle da mit offenem Maul und glotzen wie ne Kuh wenn’s donnert! Und plötzlich fängt die ganze Nation an zu diskutieren, die Medien rotieren und alle fragen sich: Moment mal – ist das ganze Programm etwa in Wirklichkeit gar nicht so toll wie die Trailer bei RTL und SAT1 es immer behaupten? Aber die würden doch nicht lügen?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Meine Lieblingsgeschichte der letzten Wochen: die bayerische GEZ drohte einer zu 100% Schwerbehinderten, stummen und tauben 88-jährigen mit Zwangsvollstreckung wegen Nichtzahlung der Rundfunkgebühren! Klar, so leicht können sich diese Simulanten-Schnorrer nicht herausreden, sie hätte schließlich beim Inzestfest der Volksmusik die melodischen Vibrationen einfach ertasten können, und die Gute Laune-Schwingungen der öffentlich-rechtlichen Freudenspender erwärmen das Herz, auch wenn man weder sehen noch hören kann! Da muss man sich schon wirklich was Besseres ausdenken, um sich vor der GEZ zu drücken. Wie es sich herausstellte, war letzten Endes aber nur die Bürokratie schuld, weil die verschiedenen Anträge in unkorrekter Reihenfolge an die falschen Stellen gerichtet wurden oder so, und den gesunden Menschenverstand einzuschalten wäre einerseits gegen die Vorschriften und andererseits auch zu anstrengend gewesen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Gibt es intelligentes Leben im All? Nun, auf der Erde jedenfalls nur begrenzt, das wissen wir inzwischen. So bleibt uns mehr denn je die Hoffnung, doch noch eines Tages auf ein paar kluge Glibberwesen im Universum zu treffen, deren Brägenmasse wir gegebenenfalls ein bisschen anzapfen könnten. Vor allem beim Fernsehen wäre dies mehr als nötig, und so versucht man wieder einmal, dass Notwendige mit dem Nützlichen zu verbinden, bzw. das Irrsinnige mit dem Bekloppten. Denn Pro7 plant endlich das, was seit Jahrzehnten tausende von doofen Nobelpreisträgern und Wissenschaftlern nicht auf die Reihe bekommen haben: den Kontakt mit Außerirdischen!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Na endlich traut sich mal einer zu sagen, was wir alle schon lange denken und hoffen: bedachtes Saufen mit Vernunft und Niveau fördert den Intellekt und lässt den alten Affen Besoffenheit in der verschlossenen Schublade der Unzurechnungsfähigkeit schlummern. Oder auf Bierzelt-Deutsch: Oan Kasten Bier, a Flascherl Korn, die stör’n mi net beim Autofoan! Zwei Maß Gerstensaft sind für einen echt kernigen Münchner jedenfalls noch lange kein Grund, so ein schwules Taxi zu rufen. Und das sagte nicht irgendwer, sondern ein richtiger Politiker, der Herrscher von Bayern, dem Land der Trinker und Denker, Günther Beckstein himself! Das kann also nur stimmen, die alte Schnapsnase ist schließlich eine Respektsperson und verantwortlich für das Schicksal mehrerer Millionen seiner Bürger, viele davon sogar noch in Lederhosen. Und wenn dieser kluge Mann aus eigener Erfahrung sagt, dass er nach zwei kleinen Litern Starkbier noch einigermaßen gerade nach Hause findet, ohne all zu viele Unschuldige umzufahren, dann wird er schon wissen, was er sagt.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Director's Cut! Diese Kolumne war für den Abdruck in TV Spielfilm zu lang. Exklusiv hier im Web daher die ungekürzte Version.
Da bekam ich als überzeugter Pazifist doch schon ein bisschen Angst, als ich neulich quer durch die Boulevard-Gazetten lesen musste, dass Markus Lanz die neue ‚Geheimwaffe des ZDF’ sein soll! Ehrlich gesagt war mir die heimliche medial-militärische Aufrüstung auf dem Lerchenberge bislang glatt entgangen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich in der idealistisch verblendeten Hoffnung gelebt, die Zeit des Kalten TV-Kriegs sei vorbei, und wir Zuschauer müssten keinen atomaren Schlagabtausch zwischen den Tele-Supermächten mehr fürchten. Enttarnt wurde der Lanzinator anscheinend durch seine Sommer-Vertretung vom bewährten Alteisen-Geschütz J.B. Kerner, dessen Sendeplatz er erfolgreich und tapfer gegen feindliche Übernahmeversuche sowohl gegnerischer Unterhaltungsprogramme als auch interner Rohrkrepierer zu verteidigen wusste. So ist Sir Lanzelot nun also vom Publikum fast unbemerkt zur geheimen Superwaffe des Ewig Zweiten geworden, wobei noch nicht bekannt wurde, ob es sich bei ihm um eine Mittelmassstreckenrakete, eine Lanzmine oder einen Arschflugkörper handelt.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Momentan ist wirklich ganz schön viel los auf der Welt, mein lieber Scholli, Mannomannomann. Da brummt es im Gebälk. Die Amerikaner haben nicht nur ihren blöderweise total illegal verschuldeten Irak-Krieg am Hacken, sondern auch noch die schwere Entscheidung, wer sie in Zukunft regieren soll: ein vergleichsweise junger, selbstbewusst pigmentierter intelligenter Demokrat, oder ein gewohnt burschikos-seniler Rumsbums-Republikaner. Keine leichte Wahl. Unsere lupenrein demokratischen Freunde aus Russland lassen es zur gleichen Zeit in Georgien mal so richtig krachen und bomben sich dort in der Zivilbevölkerung den nötigen Respekt zurück, was mit etwas Pech und Ungeschick doch glatt zu einem neuen Kalten Krieg zwischen Ost und West führen könnte. Was global gesehen mal auch nur so mittel wäre…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Kinder sind viel klüger als Erwachsene. Das hört man häufig. Und wenn man mal ein paar Stunden durch die TV-Programme zappt und sich die volljährigen Vollidioten dort anschaut, möchte man dieser Aussage Recht geben. Obwohl der Vergleich in dem Falle statt mit Kindern auch mit Schimpansen, Blutegeln oder Kaulquappen funktionieren würde.
Trotzdem wurde mir der messerscharfe analytische Verstand der oft unterschätzten Vollmensch-Azubis wieder einmal bewusst, als ich kürzlich bei einer befreundeten Familie zu Gast sein durfte, bei der der Fernseher lief, genauer gesagt SAT1. Gerade war kurz nach einer Sendung mit Kai Pflaume eine Sendung mit Kai Pflaume zu Ende gegangen, in deren Werbepausen Kai Pflaume für zusammengemantschte labberige Fleischersatz-Burger Werbung machte, und in deren Anschluss auf die nächsten tollen Sendungen mit Kai Pflaume hingewiesen wurde.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ein uralter Traum eines jeden Deutschen: nur einmal mit seinem Lieblings-Politiker gemeinsam in den Urlaub fahren! Wie viele sympathische arbeitslose junge Männer mit Migrationshintergrund und Jugendknast-Erfahrung würden beispielsweise gern mal mit Roland Koch in die Lüneburger Heide Zelten fahren, zu 14 Tagen Komasaufen und zwangloser Gruppendiskussion über Integration und Studiengebühren. Die meisten Familien mit mehr als 6 Kindern träumen vom Pilgern mit Gregor Gysi, Schnorcheln mit Gesine Schwan oder Para-Gliding mit Horst Köhler. 78% aller unverheirateten Männer über 45 hingegen, die noch bei ihrer Mutter wohnen, würden sich für eine Woche Robinson-Club mit Mama und Guido Westerwelle entscheiden. Und immerhin 0,01% der Gesamtbevölkerung könnten sich einen lustigen Sommer auf Balkonien bei Edmund Stoiber und seiner Muschi vorstellen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Okay, älter zu werden hat seine Nachteile, definitiv. Das unaufhaltsame Bewegen auf das wenig erstrebenswerte Lebensendziel ‚Alter Sack’ hat gewiss auch etwas Deprimierendes. Aber trotzdem bin ich froh, dass ich momentan nicht mehr jung sein muss. Nicht nur dass der geile Affe Pubertät einem viel zu viele Jahre lang wie ein sexuell erwachendes Damoklesschwert in der Hose hängt und den gesamten Hormonhaushalt durch den Mixer der Emotionen püriert, nein, man muss sich auch plötzlich noch mit so einem Pimpelkram wie Lebensplanung oder Zukunft Gedanken machen. Die so genannten ‚Erwachsenen’ sind dabei wenig hilfreich, im Gegenteil. Meist nehmen sie die jungen Vollmensch-Azubis gar nicht ernst oder fühlen sich von ihrer Vitalität belästigt, zudem erscheint die Mehrzahl der alten Arschgeigen als positives Beispiel für die Schönheit des Erwachsenseins nur bedingt geeignet.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Irgendetwas mache ich falsch. Manchmal wache ich morgens auf und sehe, dass kein Kamerateam in meinem Schlafzimmer steht, und dann denke ich: vielleicht bin ich gar kein richtiger Promi! Vielleicht bin ich nur einer von diesen komischen Normalos, die ja überall rumlaufen. Die keine Sau kennt und die in ihrem ganzen Leben noch nicht mal wen vom mdr bei sich in der Wohnung hatten. All diese seltsamen Leute, die tagsüber arbeiten, den Müll entsorgen, das doofe Brot backen, das wir essen oder nach nem Mittel gegen Krebs forschen und all so ein Scheiß, aber die man nie bei wirklich wichtigen Sachen sieht, wie auf der Aftershow-Party von Germanys Next Top Model oder so. Es hat sich nun mal vieles geändert in der Welt. Der Sinn des Lebens ist nicht mehr, selbiges zu überstehen, sondern dass andere einem dabei zusehen. Dadurch wird man berühmt, respektiert und zum Vorbild für andere.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Scheiße bauen ist kein Kavaliersdelikt. Aber es kann ja mal passieren. Das ist nicht schön, aber so ist halt das Leben. Die Frage bleibt nur: wie geht man selbst als aktiver Scheißebauer mit seinen Taten um? Nach vielen Jahrtausenden gelebter Unfähigkeit hat die Menschheit zwei Grundlinien dafür entwickelt: A) Reue zeigen und sich dafür entschuldigen. B) Den produzierten Bockmist stur aussitzen und genau so weitermachen. Während Variante A meist bei Verbockungen in kleinerem Kreise oder im zwischenmenschlichen Bereich gewählt wird, ist Reaktion B äußerst beliebt, sobald das verursachte Desaster eine breite Öffentlichkeit betrifft. In seltenen Fällen, so wie zB gerade aktuell bei der internationalen Abschiedstour von George Bush, wird auch mal eine Kombination aus beiden benutzt, allerdings erst wenn es einem ohnehin am Arsch vorbeigehen kann.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Immer wieder, wenn Fernsehmacher sich wurmgleich aus ihrer Verantwortung winden und versuchen wollen, ihre neuesten Verbrechen am menschlichen Verstand oder guten Geschmack zu entschuldigen, fallen Sätze wie: ‚Was sollen wir machen, das Publikum ist nun einmal doof und will so einen Scheiß sehen! Ich selbst finde das ja auch furchtbar.’ Und irgendwie scheinen sich in diesem Punkt ja auch im Grunde alle einig zu sein: die große Masse ist bekloppt! Die gucken, kaufen und fressen jeden Dreck, je blöder und offensichtlicher der Beschiss, desto größer seine Aussicht auf Erfolg.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Es ist heutzutage wirklich nicht mehr leicht, eine Frau zu sein. Wie definiert man sich als moderne, selbstständige XX-Chromosomenträgerin? Welchem der vielfältigen Rollenklischee-Rudel soll man sich verpflichtet fühlen, um ein erfolgreiches Leben in der Gemeinschaft aufrichtiger Weiblichkeit führen zu können? Irgendwie hatte Eva Herman schon recht, früher war das alles viel einfacher, als diese verschreckende Vielfalt der stark überschätzten Individualität noch nicht existierte und sich das Weib glücklich auf ihre von Gott gewollte Unterwerfung durch das universell überlegene Mannswesen konzentrieren konnte. Solange man nicht nachdachte oder versuchte, selbst etwas zu empfinden, wurde man zumindest vor schmerzhaften Fehlentscheidungen beschützt.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Auf einmal entrüsten sich sämtliche Menschen im Lande und alle Daten-, Mitarbeiter- und Tierschützer darüber, dass bei Lidl & Co seit Jahren professionell die Angestellten bespitzelt werden. Ja und? Ganze Nationen und Diktaturen funktionieren so, kaum ein Staat verzichtet freiwillig auf das Überwachen seiner minderbemittelten Bürger, wieso soll dann eine kleine wurstige Dosenfraß-Kette das nicht genau so machen? Spionieren und denunzieren ist eine ehrenhafte Tätigkeit auf möglichst freiwillig anmutender Basis, die von den meisten Regierungen dieser Erde sehr geschätzt wird, so lange es in ihrem Sinne geschieht. Es ist nicht nur international beliebt, sondern zudem auch eine grunddeutsche Tugend, wie unsere Vergangenheit beweist. Nicht nur in ideologischem oder regional-historischem Sinne, die Neugier am Leben der Anderen in Verbindung mit genetisch begründetem Hang zum Denunziantentum beginnt meist schon ganz privat beim eigenen Nachbarn…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Immer wenn es einem Sender eigentlich extrem peinlich ist, was für eine kreuzbescheuerte Vollbunken-Sülze er da mal wieder in den Äther abgeseilt hat, zieht er mit lässig anmutender Hilflosigkeit die ultimative Rechfertigungs-Trumpfkarte aus der Phrasenfibel für Scheisseschönredner: ‚Aber das Publikum will ja genau das sehen!’ Tja, was kann man darauf schon antworten? Vielleicht ‚Sprich nicht für mich, Du arrogantes Arschloch, ich bin auch das Publikum und will ganz bestimmt nicht, dass deine verdreckte Hirngrütze meinen Bildschirm besudelt!’ So was in der Art wäre zumindest inhaltlich korrekt, wenngleich wahrscheinlich zu höflich, aber der clevere Redakteur würde als Erwiderung nur feist grinsend einen Ordner mit krickeligen Verlaufskurven, Rezipienten-Analysen und Einschaltquoten-Diagrammen auf den Tisch legen und uns darauf punktgenau und zweifelsfrei beweisen, dass genau die gleiche Lulle zu anderer Zeit auf einem anderen Programm in einem fernen Land hinter dem Regenbogen aber ganz besonders dolle super abgeschnitten hat…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
‚Ach ja, das Fernsehen wird wirklich immer schlimmer!’ Zugegebenermaßen eine Plattitüde, aber inhaltlich trotzdem irgendwie richtig. Wohingegen der Umkehrschluss ‚Früher, da war das Programm noch viel besser’ nicht nur eine abgedroschene Phrase, sondern auch eine faktische Falschaussage darstellt. Egal was unser trügerisches Gedächtnis oder all die vielen Fernseh-Highlight-Memory-Shows uns weismachen wollen! Denn wenn wir älteren Säcke aus dem gerade noch akzeptierten Randsegment der Werberelevanten Zielgruppe einmal den Schleier der nostalgischen Verklärung vom persönlichen Erinnerungsspeicher lüften und versuchen, uns beispielsweise bewusst an die TV-Realität der 70er-Jahre zurück zu besinnen, werden wir vor allem das Gefühl von Unterhaltungsarmut, Einsamkeit und Mangelerscheinungen erfahren.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Gesucht wird ja immer irgendwas im deutschen Fernsehen, zumindest seit einigen Jahren, als man plötzlich merkte, dass das wohl irgendwie doch nicht reicht, was da so auf den Bildschirmen rum läuft. Superstars zum Beispiel, davon gab es ja eigentlich schon genug, dachte man, aber plötzlich rief RTL Deutschland dazu auf, einen neuen zu suchen. Cool, ein ganzes Land sucht nur einen einzigen Superstar, das kannte man vorher nur aus dem Märchen mit Aschenputtel oder aus den USA mit Osama Bin Laden. So wurde irgendwann auf allen Sendern gesucht und gecastet wie blöd und verrückt, und wenn man dann was gefunden hatte, bemühte man sich mit vereinten Kräften, die Person möglichst schnell wieder zu vergessen, um gleich jemand neues suchen zu können. Absurd, aber unterhaltsam!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Na da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Kann man denn niemandem mehr trauen, nicht mal den Betrügern? Da wird seit Jahrzehnten in aller Öffentlichkeit darüber geredet und gelacht, wie einfach man Geld im Aktenköfferchen am Staat vorbei in die kleinen putzigen Steueroasen verschieben kann – und dann kommt doch plötzlich glatt heraus, dass diese doofen Reichen das auch wirklich alle gemacht haben! Verdammt, so was konnte ja keiner ahnen, das war doch nur als theoretisches Schlupfloch zum charmanten Staatsbeschiss gedacht. Eine augenzwinkernd dargebotene Möglichkeit zur pfiffigen Fiskus-Verarsche, die selbstverständlich kein anständiger Bürger jemals in Anspruch nehmen würde. Schließlich lieben wir unser Land und zahlen Steuern mit Stolz und Vergnügen, fast so gern wie Parktickets und GEZ-Gebühren…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wenn man dem alten Goethe glauben darf, so verkaufte vor langer Zeit ein eigentlich kluger, aber frustrierter Mann namens Faust seine Seele dem Teufel, um im Gegenzug auf Erden ein bisschen mehr Fun und Lässigkeit zu erfahren. Wie wir wissen, ging das gehörig in die Hose, und relativ lange hat man vom alten Seelensammler Mephistopheles keine öffentlichen Kaufgesuche mehr mitbekommen. Wahrscheinlich, weil die Hölle bereits voll ist und er seine Prioritäten inzwischen verlagert hat: Seelen nicht mehr erwerben und behalten, sondern brechen, verspotten und drauf pissen. Zu diesem Zweck hat er dann das Fernsehen erfunden…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von CINEMA.]
<Geschafft! Wieder eine Berlinale abgehakt und ohne Augenschaden oder Alkoholvergiftung überstanden. Puh! Zwei Wochen Feiern, Fressen, Filme gucken – die Berlinale ist halt nichts für Mädchen. Und wer sein Promi-Party-Pilgern und Kamikaze-Cocktails-Saugen im Fließband-Feten-Modus mit kultureller Dauererektion nicht auf ein gesundes Maß zu reduzieren wusste, sah nach 14 Tagen Fröhlichkeit am Ende aus wie die Rolling Stones auf dem Roten Teppich beim Eröffnungsfilm.
Denn - das sollte man mitbekommen haben – hinter uns liegt die musikalischste Berlinale aller Zeiten! Snacks & Drinks & Rock'n'roll, yeah, man! Weil nämlich so viele Musiker da waren wie noch nie, z.B. Madonna, Patti Smith, Madonna, die Rolling Stones, Madonna oder auch die legendären Lederlappen-Visagen rund um Mick Jagger. Allerdings verwunderte es schon ein klein wenig, dass ihnen die Ehre der Festival-Eröffnung mit einem ihrer Konzert-Live-Mitschnitte SHINE A LIGHT zuteil wurde, aber okay, wenn Martin Scorsese himself Regie dabei führt, kann man nun mal nix dagegen sagen. So was Hochklassiges kriegen dann halt doch nur die Amis hin, wir hätten das nicht zu bieten. Vielleicht Wim Wenders, der die Tour von Tokio Hotel begleitet. Oder Helmut Dietl inszeniert Die Flippers live. Höchstens noch Bully dreht ein Ballermann-Open Air von DJ Ötzi als Animationsfilm…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Schon im Wilden Westen wusste man, was das Wichtigste war, wenn man Gold gefunden hatte: schnell sein und sofort den Claim abstecken! Das ist meins, Ihr dreckigen Bastarde, und wer sich an meinem Eigentum vergreifen will, kriegt eine Kugel in den Bauch, haha! Heute hat sich inhaltlich kaum etwas geändert, nur bezeichnet der Claim eher den Slogan eines Produkts oder Senders. Jenen megacoolen Hirnhängenbleiber, der unverwechselbar mit seinem Besitzer verbunden ist und seinen Erfolg begründet. So wie MEIN RTL! – niemand wüsste beim Gucken wem sein RTL das eigentlich sein tut, aber so fühlt man, dass der Scheiß, der da läuft, einem ganz allein gehört. Das vermittelt ein wohliges Gefühl und mindert die Kritikfähigkeit: ja, okay, das ist zwar nur Dreck, aber was soll ich machen, es ist schließlich meins! Für so eine Jahrhundertidee kassiert eine Werbeagentur ein Schweinegeld, und das mit Recht. RTL – BEHALT’S DOCH, DU ARSCH! würde ich den Kölnern allerdings sogar umsonst zur Verfügung stellen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Diese Nachricht traf mich doch persönlich: laut irgendeiner hochbrisanten neuen Statistik ist jeder zweite Deutsche zu dick! Meine beiden Nachbarn links und rechts grinsen seitdem immer ziemlich überheblich, wenn sie mich sehen. Den Ergebnissen der Studie nach gibt es dabei ein deutliches Ost-West-Gefälle: die dicksten Menschen leben demnach im Osten. Damals vom Begrüßungsgeld wahrscheinlich gleich einen Eimer Schleckerkram gekauft. Und auf dem Lande ist man auch sehr fett, viel mehr als in der Stadt, wo man durchschnittlich dünner ist, weil man sich zwischen all den Autos durchschlängeln und in coolen engen Szene-Bars zusammenquetschen muss. In den ländlichen Regionen hat man körperlich mehr Platz, sich nach allen Seiten auszudehnen, da macht Fettleibigkeit deshalb erst richtig Sinn. In der Wildnis muss man sich außerdem einen Schutzpanzer gegen die Kälte zulegen und braucht zum Überleben eine körperlich mächtige Erscheinung als Einschüchterung gegen die Tiere, damit man nicht von einer wilden Kuh oder einem Mähdrescher gerissen wird.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
„Du, das Aussehen ist nicht so wichtig! Ich würde auch dann nicht mit Dir zusammen sein wollen, wenn du weniger hässlich wärst.“ Wie oft haben die meisten von uns diesen Satz wohl schon gehört. Zehn Cent für jedes Mal dass diese Lüge uns verlegen lächelnd aufgetischt wurde, und wir hätten längst die Kohle für die Schönheitsoperation im Sack. Plus Friseur. Falls das überhaupt noch hilft. Ist ja auch egal, denn es kommt nun mal wirklich nicht aufs Äußere an. Man kann auch depressiv, einsam und abgefuckt sein, wenn man kein kokainsüchtiges Supermodel ist. Geht alles. Erfolgreiche Unzufriedenheit verlangt oft nichts als etwas Kreativität und Mut zum aktiven Pessimismus.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von CINEMA.]
Vielleicht ignorieren die Deutschen den eigentlich hervorragend gelungenen Todeszug nach Yuma trotz Russell Crowe und Christian Bale einfach nur deshalb, weil sie vom Thema Bahn inzwischen generell die Schnauze voll haben und glauben, es handelt sich bei dem Film lediglich um die Aufzeichnung der letzten Tarifrunde von Schell und Mehrdorn. Oder sie befürchten, kurz vor dem Film streikt doch wieder der Vorführer oder macht noch eine Ansage für das Monatsangebot im Mitropa-Restaurant. Mag aber auch sein, dass wir schon immer so viel mit dem eigenen Osten zu tun hatten, dass wir deshalb einen guten Western einfach nicht mehr zu schätzen wissen. Schade. Vor allem für die Zuschauer, denn die verpassen was. Nämlich einen im besten Sinne klassischen Western, der modern erzählt, aber auf wunderbar altmodische Weise einfach verdammt cool, spannend und niemals langweilig ist. Dafür stolze vier von fünf doppelten Whiskys und noch einen halben für den Ritt nach Hause.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von kressreport.]
Ich liebe es, wenn ein Jahr zu Ende geht. Egal wie vermurkst und unbedeutend es im Grunde auch gewesen sein mag, wenn erst die medialen Bedeutungsträger und stolzen Überlebenden der letzten 365 Tage fett lächelnd auf den ehrwürdigen Jahresrückblick-Sitzgruppen hocken, in bunten Rückblicken gefeiert und mit Preisen beworfen werden, dann ist man als fauler Zuschauer doch auf seltsame Art stolz, dabei gewesen zu sein, auch wenn man selbst den Arsch mal wieder nicht hoch bekommen hat. Aber man hat das zurückliegende Monatsdutzend zumindest großzügig mit den Helden geteilt und sich zu ihren Gunsten respektvoll und dezent im Hintergrund gehalten. Passiver Aktivismus gewissermaßen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wahnsinn, so etwas geht eben doch nur in den total verrückten USA: das Fernsehen, Motor des passiven Lebens und intellektuelles Formfleisch der öffentlichen Meinung, geistiger Ernährer des Volkes und augenzwinkernder Entspanner der Nation, befindet sich in paralysierter Schockstarre. Bereits seit Wochen ist der gesamte nationale TV-Apparat auf Pause geschaltet, beinahe alle laufenden Serienstaffeln sind unterbrochen und sämtliche Late Night-Formate setzen aus, stattdessen wird das Programm mit hektisch herausgekramten Wiederholungen aufgefüllt. Und warum? Weil die AUTOREN streiken!
Zeit für berechtigte Verwirrung beim Leser dieser Zeilen in Deutschland. Autoren? Was ist das überhaupt? Wozu braucht man die denn? Und dürfen nicht eigentlich nur Leute streiken, die richtig arbeiten? Seltsam, was bei den crazy Amis alles so möglich ist…