

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wie schade! Gerüchten zufolge hatte RTL geplant, zum Jahreswechsel eine Spezialfolge von WER WIRD MILLIONÄR? zu produzieren, die sich um das Fernseh-Geschehen der letzten Monate drehen sollte. Wurde aber nix, weil man herausfand, dass fast keiner zugeguckt hat. Glücklicherweise wurden mir aber ein paar der Original-Fragebögen zugespielt. So ungefähr hätte eine komplette Runde von 1000 Euro bis zur Million aussehen können:
1000 Euro Wenn Pro7 irgendeine neue Wasauchimmer-Serie ins Programm nimmt, wird sie nach eigener Einschätzung automatisch zum A: Talk of the Town B: Flop of the Year C: Fuck in the Knee D: Whatever Sounds Cool 2000 Euro Welche attraktive Blondine ist als Verjüngungskur seit kurzem Moderations-Praktikantin bei Wetten dass?, um vom labernden Lockenopa Thomas Gottschalk abzulenken? A: Angela Merkel B: Michele Hunzicker C: Kader Loth D: Johannes B. Kerner 4000 Euro Wie heißt eins der erfolgreichsten RTL-Kuppelformate für schwer vermittelbare Randgruppenmitglieder?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die Kritiken für 2009 waren gespalten, aber trotzdem ging jeder rein und machte mit. Klar dass die Produzenten daher schon zu Jahresbeginn das unvermeidliche Sequel ankündigten. Somit erwartet uns nun – von den Machern von 1492, 1933 und 2008 – das neueste und bislang aufwendigste 365-Tage-Spektakel: 2010! Produziert von Roland Emmerich, in ausgewählten Regionen sogar in 3D. Da das Werk ausschließlich mit Laiendarstellern besetzt ist und auf Wunsch von Til Schweiger der Presse vorab nicht gezeigt werden durfte, kann über die wirkliche Qualität nur spekuliert werden. Ein paar Informationen sind allerdings bereits durchgesickert…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Endlich ist es wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür! Die teuerste Zeit des Jahres, aber irgendwie auch die schönste. Vor allem auch die Zeit der Errettung und Erlösung, denn all die Monate wirtschaftlichen Darbens im Klein- und Großhandel finden ihren glücklichen Ausgleich für den Jahresabschluss an den kauflustigen Adventstagen. Die einzigen Wochen hemmungslosen Geldausgebens, chronischer Maßlosigkeit und glühweinklebriger Hirnschmelze. Der fette Weihnachtsmann ist längst zum skrupellosen Erfüllungsgehilfen des internationalen Kapitalismus verkommen.
Und das ist gut so! Denn Konsum ist in Zeiten der Banken-Bulimie kein Luxus sondern Pflicht, das wissen wir alle. Wer dieses Jahr mit so schwulen Ideen wie ‚Man kann sich ja auch mal nichts schenken’ um die Ecke kommt oder was aus alten Kastanien bastelt, ist ein stinkender Kommunist und gehört auf offener Straße angespuckt...

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die Medienwelt ist in Aufruhr. Keine Kohle mehr, Ideen schon lange nicht, Perspektive irgendwo im Rektum der Verzweiflung stecken geblieben, blablabla. Das ist nicht gut. Andererseits bedeutet das Kriechen in der Talsohle auch immer die Möglichkeit für ein gepflegtes Ende oder einen knackigen Neuanfang. Die Dinosaurier zum Beispiel kapierten irgendwann ihre mangelnde Flexibilität und starben aus Rücksichtnahme auf die restliche Erdbevölkerung still und heimlich aus. Einfach um nicht durch unkoordiniertes Siechtum allen anderen zur Last zu fallen und irgendwann bis zur Verwesung peinliche Fake-Doku-Soaps über sich selbst drehen zu müssen. In der Fernsehlandschaft haben die meisten maroden Sender allerdings entschieden, aus Protest gegen die natürliche Selektion lieber auf die eigene Würde zu pissen und den nuttigen Weg der sinnfreien Existenz zu wählen, anstatt für die einstigen Ideale zu kämpfen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Eine überraschende Nachricht geisterte kürzlich durch die verhuschte Medienwelt und ließ das deutsche Publikum in ungeduldiger Vorfreude die Öhrchen spitzen: pfiffige Privatsender, wie z.B. die vom Volk sehr geschätzten Stationen der Pro7Sat1etcblablaMedienAG, liebäugeln mit dem Modell des Pay-TV und würden sich demnächst für ihre Dienste vom Endkonsumenten doch gern bezahlen lassen! Ein freudiger Ruck ging durch das Land, juhu, Schluss mit dem dubiosen Abzocke-Monopol der Öffentlich-Rechtlosen, endlich dürfen wir auch für die anderen Sender unseren gerechten Lohn abdrücken! Für echte Qualität zahlen wir schließlich immer gern. Okay, es wurde flink eingelenkt, man plane nicht wirklich gleich die Umstellung zum totalen Gebührenfernsehen, aber weil die Schweinebande von der Werbung immer weniger Kohle für flächendeckende Produktinformationen aus dem Fenster wirft, müssten halt die Zuschauer mal so langsam zur Kasse gebeten werden. Auf anderen Plattformen, wie diesem ominösen Internet, über das man in letzter Zeit soviel hört, klappt das ja anscheinend auch schon ganz gut…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wenn die launische Gegenwart ins Stocken gerät und irgendwie nicht mehr so aufregend erscheint wie die inzwischen so erfolgreich schön gesoffene Vergangenheit, versucht man meist krampfhaft, letztere möglichst originalgetreu wieder auferstehen zu lassen. Also das heißt natürlich nicht ganz so wie damals, sondern viel cooler und moderner, nur billiger und schlechter. Ohne den Reiz des Neuen und mit der Überheblichkeit des vermeintlichen Besserwissens. Geht verständlicherweise meistens in die Hose, ist aber trotzdem einfacher, als sich etwas Eigenes auszudenken. Im Fernsehen passiert das immer dann, wenn die Verzweiflung richtig groß ist und man wirklich nicht mehr weiter weiß. Also in regelmäßigen Abständen. Und gerade jetzt. Da häufen sich dann plötzlich die Meldungen über alle möglichen Murks-Formate von früher, die ungewollt und ungefragt plötzlich wieder neu aufgelegt werden sollen, weil sie angeblich ja mal so toll waren. So wie DER PREIS IST HEISS, jene hektisch überdrehte Volltüten-Parade…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Juhu! So lange haben wir darauf gewartet und endlich ist es nun soweit! Deutschland Reloaded, Germany 2.0 ist da – alles wird neu und toll und besser! Wow. Ein wundervolles Gefühl, ich atme schon ganz anders, viel freier und mehr so mit dem Gefühl von Aufschwung im Schritt. Als Angela Merkel nach Verkünden der Hochrechnungen vor die Kameras trat, so ganz in dunklem Knallrot, strahlend vor Glück, freudig die Hände reckend... man konnte sie anfangs gar nicht erkennen, so aufgedreht wie sie war, ich dachte erst, das ist der Hund von Paris Hilton. Aber schon in der Elefantenrunde schien sie merkwürdig abwesend, wieder mehr so Richtung orientierungsloser Mops, den man vor einer Kneipe angebunden hat. Wahrscheinlich wurde ihr da gerade klar, dass sie von jetzt an den Guido am Hacken kleben hat…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wow, das hätte ich dem maritimen Fischkopp-Seniorenstift NDR gar nicht zugetraut! Da tun die immer so freundlich und seriös, aber in Wirklichkeit wuchert der mafiöse Pilz der Korruption unter ihren öffentlich-rechtlosen Zehennägeln! Da soll doch wirklich deren Fernsehspielchefin Doris Heinze jahrhundertelang hauptsächlich Bücher von ihrem eigenen Ehemann unter falschem Namen (He-Heinz) durchgewunken haben. Nein, wir wollen fair bleiben, es war wohl nicht alles nur Vetternwirtschaft, einige Skripte hatte sie scheinbar auch selbst geschrieben und bei sich unter Pseudonym (Heinz E. Dorris) eingereicht. Was sie manchmal vor lauter Stress und Mittagspausen einfach gar nicht merkte, also keine böse Absicht. Oft wunderten sich die Mitarbeiter allerdings schon, wenn sie mit falscher Nase und angeklebtem Schnurrbart zur Arbeit kam, oder stundenlang lautstarke Autorengespräche führte, obwohl man außer ihr nie eine Seele das Büro betreten oder verlassen sah. Man schob es einfach auf gewöhnliche Geisteskrankheit, nicht unüblich beim NDR. Und dass so viele unterschiedliche Autoren alle die gleiche Adresse und Kontonummer hatten, konnte sehr wohl bloßer Zufall sein.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Sorry, ich krieg nichts mehr mit. Sollte da nicht irgendwann dieser Tage die Merkel-Wiederwahl stattfinden? Oder war die schon, man sieht die Apricot-Lady mit dem Basset-Lächeln ja kaum noch, scheint als wäre das alles schon gelaufen. Lebt die SPD denn noch? Da war doch die Frage, ob die noch mal die Fünf-Prozent-Hürde schafft oder sich vorher aus Versehen selbst auflöst. Allerdings hab ich die noch ziemlich viel auf Plakaten in Nebenstraßen gesehen, mit diesem etwas verkniffen guckenden Typen, der aussieht wie Hans Meiser auf Kortison. Aber dafür gibt es jetzt ja für die jüngeren Leute diese rote Sozis-Revial-Band mit Lafontaine & Gysi, den Lennon & McCartney der Links-Kommunisten aus dem Zonen-Osten (Saarland)…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Schön dass Sie auch mal wieder lesen! Subtile Titel sind halt oft sehr nützlich.
Wenn man berühmt war oder zumindest einmal ganz kurz am Arsch des Prominentendaseins riechen durfte, dann ist es für die Psyche oft verdammt schwer, eines Tages plötzlich nicht mehr von jedem angequatscht oder begafft zu werden. Vor allem wenn man kein übermäßiges Talent hat, sich an der eigenen Intelligenz nicht gerade einen Bruch hebt und der Welt im Grunde rein gar nichts zu sagen hat. Wenn man sich dann in absolut jedem Z-Promi-Doofen-Magazin prostituiert hat und wirklich all das Blabla-Bloggen, Unfug-Twittern und Event-Posing ohne Erfolg geblieben ist, oder aber auch wenn man ganz generell vor lauter Promigeilheit beim eigenen Spiegelbild in den automatischen Masturbations-Modus verfällt – dann hilft nur noch eines, um wieder beachtet zu werden: SEX!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Nostalgie ist etwas Wunderbares. Sie bringt einen dazu, sich begeistert an Dingen der Vergangenheit zu berauschen, die man damals eigentlich scheiße fand. Oder höchstens noch mittelmäßig. Doch je gütiger sich dank der gnädigen Vergesslichkeit der Schleier der Verblendung über das Gewesene legt, umso mehr verdeckt er die hässlichen Dellen der einstigen Realität. Ganz okay + Zeit = Herrlichkeit, könnte man es mathematisch zusammenfassen. So erklärt sich aber auch, warum all die heute halbwegs Erwachsenen, die in den 60ern oder 70ern aus der Mutti gezogen wurden, immer so wunderbar verklärt über das tolle Fernsehen von damals schwärmen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Gott sei Dank, dass endlich diese ganze blöde Emanzipationsscheisse vorbei ist und die Weiber nicht mehr darum kämpfen, ernst genommen oder respektiert zu werden! Mann, das war echt Stress, sich immer anhören zu müssen, Männer und Frauen seien doch schließlich irgendwie gleich, und die Mädels seien nicht nur zum Angucken und Heiraten da, sondern auch als Individuum was wert und all dies intellektuelle Blablabla. Dank dem Fernsehen ist das zum Glück vorüber und die Frauenzimmer wissen endlich wieder, was ihre Bestimmung ist: dem Manne zu gefallen und zu tun, was dieser befiehlt!
Denn schlendern wir einmal quer durch die aktuellen Programme, so erkennen wir, dass sich ein Großteil der überhaupt noch stattfindenden Eigenproduktionen um die Frauen und ihre neue Rolle in der Gesellschaft dreht. Pro7 beispielsweise bläst zur schmierig-stumpfsinnigen Jagd nach dem SOMMERMÄDCHEN, was übersetzt so viel heißt wie "jung, geil und ohne Widerworte'…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Die allerschlimmste Horror-Vision, die sich ein treuer Fernsehschaffender nur vorzustellen vermag, ist wahr geworden: am 1.7. dieses Jahres konnten auf Grund technischer Probleme keine Einschaltquoten bekannt gegeben werden! Furchtbarer geht es kaum, das gesamte Medium versank in einer universellen Sinnkrise: Warum haben wir dann überhaupt gesendet? Wozu die Mühe? Mit welchen Argumenten sollen wir unsere Verbrechen am Publikum legitimieren, wenn keine Zahlen für ihre Akzeptanz vorliegen? Etwa durch gesunden Menschenverstand oder unseren eigenen Geschmack? Vergiss es! Dann können wir ja gleich dichtmachen, bei der gequirlten Scheiße zwischen Hirntod und Augenkotze, die wir alle senden. Aber was, wenn gerade gestern die Folge 7243 von Richterin Barbara Walfisch (Samenraub mit Todesfolge durch homosexuelle islamische Fundamentalisten in einem Kölner Fitness-Center) von 96% der werberelevanten Zielgruppe gesehen worden wäre und es nun niemand erführe? Oh gütiger Gott der Marktanteilsmessung, wieso hast du uns bloß verlassen?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Stellen Sie sich mal vor, wir müssten morgen in der Zeitung lesen, die ProSiebenSat1-Media AG hätte finanziell den Hintern zugekniffen und würde mit sofortiger Wirkung den Betrieb der gesamten Senderfamilie einstellen. Oder RTL hätte sich versehentlich selbst in die Luft gesprengt, weil sie die Schmach rückläufiger Werbeeinnahmen nicht verkraften konnten. Ganz ehrlich – würde sich Ihr Puls um auch nur einen Herzschlag erhöhen? Wäre bei Ihnen mit einer emotionalen Reaktion zu rechnen, die über einen kurzen Gähner und ein gelangweiltes ‚Ach was...’ hinausgeht? Also bei mir nicht. Selbst wenn sich die nächsten Angehörigen der ARD entscheiden würden, das alte Schlachtross endlich von seinem Leiden zu erlösen und die Geräte abzuschalten. Na und? Das ZDF ist wahrscheinlich sowieso schon lange tot, nur traut sich seit Jahren keiner den Totenschein zu unterschreiben. Wen kümmert’s? Wir Zuschauer merken es sowieso nicht. Ob ich mir das momentane Programm irgendeines Senders angucke oder einem Schwein beim Pinkeln zuschaue, wo ist der Unterschied? Das Schwein wäre auf jeden Fall die bessere Wahl. Weil es ehrlich und von Herzen pisst und von mir weder Geld noch Applaus erwartet.
[Mit freundlicher Genehmigung von klartext-magazin.]
Oliver Kalkofe drischt in seiner „Mattscheibe“ auf das Fernsehen ein. Im Interview fordert er nun das Ende der GEZ.
Interview: Carsten Eberts und Martin Machowecz
Fotos: Thomas Klinger
Seit 15 Jahren ist Oliver Kalkofe, 43, mit seiner Sendung „Kalkofes Mattscheibe“ erfolgreich. Für Klartext zeigt der Verwandlungskünstler, wie gelangweilt viele Deutsche vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen sind.
Herr Kalkofe, was ist so schlimm am gebührenfinanzierten Fernsehen?
Die GEZ ist ein ungerechtes und unlogisches Zwangsabgabesystem. Ich habe nichts gegen die öffentlich-rechtliche Idee. Aber gegen einen Apparat, der Leute bespitzelt und ausspioniert. Das System ist so kompliziert, dass fast jeder Fehler machen muss.´
Sagen Sie uns, wie es besser geht.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Es tut mir wirklich leid das sagen zu müssen, aber ich kann einfach die Fresse von Boris Becker nicht mehr sehen! Ich habe das Gefühl, ich leide unter akuter Beckophobie, einer Art allergischen Reaktion mit Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen, wann auch immer er wieder unaufgefordert seine emotionslos lächelnde Rotrübe durch irgendein Boulevard-Magazin in welchem Medium auch immer spazieren führt. Also momentan mehrmals täglich. Wenn nicht gar durchgehend. Um ehrlich zu sein, ich fühle mich persönlich belästigt und verfolgt. Kann er sich nicht bitte nur ein ganz klein wenig zurückhalten und vielleicht auch mal aufs Scheißhaus gehen, ohne die Presse zu informieren? Ich kann keine Zeitung aufschlagen, keinen Sender einschalten und nicht einmal gefahrlos durchs Internet surfen, ohne sehen zu müssen, wie der sommersprossige Stammelmaxe Eheringe kauft, die Hose anprobiert, ungestottert das Ja-Wort geben übt, heiratet, sich von der Heirat erholt oder sich beim Atmen filmen lässt. Ich will das aber gar nicht sehen!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Momentan will wirklich jeder von irgendwem gerettet werden. Keiner kriegt mehr selber was auf die Reihe, egal wie großkotzig er vorher aufgetreten ist. Die Banken beispielsweise, deren Vertreter jahrelang mit schmierlappiger Selbstgefälligkeit all die verzweifelten Kleinkreditnehmer wegen mangelnder Sicherheiten abblitzen ließen, während sie mit imaginären Fantastillionen jonglierten wie Dagobert Duck auf Ecstasy. Doch kaum zeigen sich die ersten Rechenfehler plus die Erkenntnis, dass das amerikanische Modell des mutwilligen Kundenbetrugs mit Schmackes in die Hose gegangen ist, kommen sie von allen Seiten wurmgleich angekrochen und betteln ohne ein Wort der Entschuldigung um staatliche Milliardenhilfen – natürlich ganz uneigennützig, weil ja sonst die ganze Wirtschaft darunter leiden würde! Man könnte kotzen, wenn man sich nicht so ärgern würde.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Eines der größten Probleme des ohnehin reichlich anstrengenden Homo Sapiens ist sein überproportional ausgeprägter Geltungsdrang. Er gibt sich nicht wie die meisten anderen Tiere einfach dankbar mit seiner schieren Existenz zufrieden, nein, er will unbedingt, dass möglichst die ganze Welt davon erfährt. Früher war das zugegebenermaßen ziemlich schwierig, da musste man schon eine Weltreligion gründen, König werden oder einen Weltkrieg anfangen, sonst sprach sich der Name außerhalb der eigenen vier Wände niemals rum. Bei der heutigen Medienvielfalt ist das einfacher. Temporäre Vortäuschung ruhmähnlicher Bekanntheitsgrade sind recht simpel herzustellen, denn irgendwie mal mit irgendwas ins Fernsehen zu kommen ist mittlerweile ein Kinderspiel, insofern man nichts dagegen hat, der eigenen Würde auf den Kopf zu pinkeln…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Liebe Zuschauer! Die Situation ist schlimmer als erwartet, wir dürfen die Augen nicht länger vor der traurigen Realität verschließen. Unseren Fernsehsendern geht es sehr sehr schlecht. Nicht nur psychisch, auch finanziell. Diese seltsame Wirtschaftskrise macht sogar vor den kreativen Tempeln der Fröhlichkeit keinen Halt, die so selbstlos und aufopfernd um unsere spirituelle Erbauung bemüht sind. Die Werbekunden brechen weg, hört man immer wieder, einfach so, wie trockenes Geäst in der Baumkrone der Unterhaltung. Weil das engstirnige Volk die Dummheit und Gier der Großen nicht durch verstärkten Kaufwillen auszugleichen bereit ist, stagniert die Wirtschaft, die Insolvenz verbreitet sich schneller aus als die Schweinegrippe und keiner schaltet mehr Werbung, weil die ignoranten Pisser vor der Glotze sich wohlig in ihrer schönen Armut suhlen und sowieso nix mehr kaufen! Ein Teufelskreis. Nur woher bitteschön soll dann die ganze Kohle für die vielen wunderbaren Qualitätsprogramme kommen, die unsere Herzen so mit Freude erfüllen?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Meine Lieblingsgeschichte der letzten Wochen: die bayerische GEZ drohte einer zu 100% Schwerbehinderten, stummen und tauben 88-jährigen mit Zwangsvollstreckung wegen Nichtzahlung der Rundfunkgebühren! Klar, so leicht können sich diese Simulanten-Schnorrer nicht herausreden, sie hätte schließlich beim Inzestfest der Volksmusik die melodischen Vibrationen einfach ertasten können, und die Gute Laune-Schwingungen der öffentlich-rechtlichen Freudenspender erwärmen das Herz, auch wenn man weder sehen noch hören kann! Da muss man sich schon wirklich was Besseres ausdenken, um sich vor der GEZ zu drücken. Wie es sich herausstellte, war letzten Endes aber nur die Bürokratie schuld, weil die verschiedenen Anträge in unkorrekter Reihenfolge an die falschen Stellen gerichtet wurden oder so, und den gesunden Menschenverstand einzuschalten wäre einerseits gegen die Vorschriften und andererseits auch zu anstrengend gewesen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Der menschliche Verstand ist schon eine tolle Sache. Rein technisch gesehen hat ihn jeder und kann ihn sogar kostenfrei benutzen. Ein Großteil tut es allerdings nicht, aus welchem Grund auch immer. Manche aus Trotz, andere aus Angst, es könnte wehtun, viele aus Faulheit und einige, weil sie die Gebrauchsanleitung nicht finden. Denn auch wenn wir alle theoretisch mit der Gabe der Vernunft beschenkt wurden, so muss man sie sich doch praktisch eher vorstellen wie Möbel von Ikea. Die Fähigkeit zum Denken bekommt der Homo Sapiens bei der Geburt mitgeliefert, quasi als Willkommensgeschenk des Lebens, als göttlicher Gruß aus der Küche. Der Verstand ist das Billy-Regal des Bewusstseins. Nur aufbauen und einräumen muss man es selber. Platz ist genug da, und manche Menschen wissen ihn auch zu nutzen, indem sie die Fächer so voll wie nur möglich packen, mit Büchern, Kunst, Spaß, Ideen, Wissen und Erfahrungen. Andere stellen einfach ein paar rosa Porzellanschweine rein und klatschen in die Hände. Die Verwendungsmöglichkeiten sind mannigfaltig.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ostern wird unterschätzt. Das kommt ja quasi so gut wie jedes Jahr und ist immer wieder ein tolles Fest. Im Grunde genau wie Weihnachten, nur halt in anders. Farblich gesehen eher Richtung Grün mit Bunt statt Rot und Weiß. Der fette Weihnachtsmann wird ersetzt durch den ähnlich unsinnigen doch ungleich schlankeren Osterhasen, den man mit dem Kollegen Osterlamm praktischerweise auch gleich zum Fest verspeisen kann. Geschenke werden hier ebenfalls gebracht, allerdings erschreckend weniger, weil das mickerige Köttelkarnickel in seinem Korb nicht so viel transportieren kann wie Santa mit dem prallen Sack. Durch den weihnachtsbedingten Tannenmangel im Frühjahr gibt es keinen offiziell lokalisierbaren Ablageplatz für die Präsente, weshalb man sie einfach überall in die Gegend wirft und aus dem affigen Gesuche danach noch ne große Nummer macht…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Schon seltsam, wie die Welt sich verändert. Früher kannte man gerade mal die Nachbarn, vielleicht noch ein paar doofe Kollegen oder Freunde, sofern man welche hatte. Davon musste man auch mal ein paar zum Geburtstags-Kaffee oder Komasaufen besuchen, aber der Blick in fremde Wohnzimmer oder Lebensmodelle hielt sich irgendwie noch im Rahmen. Heute hat man das Gefühl, mindestens das halbe Land persönlich zu kennen. Fast bei jeder hässlichen Hackfresse, die einem über den Weg läuft, rattert es im Kopf: Woher kenne ich bloß diese Ohrfeigenvisage? Von RTL letzten Mittwochnachmittag? Diese 12-köpfige Inzest-Familie aus dem renovierten Ziegenstall im Gewerbegebiet von Rammelsbüttel, wo sich die minderjährige Drillingsmutter bei ihrer cracksüchtigen Oma diese Pilzinfektion geholt hatte und deshalb die Lehre bei dem aidskranken Schamhaar-Friseur abbrechen musste?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ich bin echt der Coolste! Yeah, fuck, I’m the man, das weiß ich, steht auf meinem T-Shirt, und sogar meine Mutter sagt das. Ich bin voll lässig, sehr lustig, hoch intelligent und extrem bescheiden. Theoretisch kann ich eigentlich alles, vor allem auch Singen, Leistungssport und Modeln, weil das was diese ganzen so genannten Promis können, kann ich ja wohl erst recht. Ich bin außerdem der Mega-Lover und habe ohne Frage den Längsten. Manchmal wenn ich mich im Spiegel anschaue, laufe ich danach ein paar Stunden lang nackt mit einer Mördererektion durch die Wohnung und hänge an meinem Lümmel Wäsche zum Trocknen auf, Bettlaken zum Beispiel oder ein Dutzend Badetücher. Wäre ich eine Frau, ich hätte mir bereits selbst ein Kind gemacht!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wie glücklich waren wir alle doch noch vor wenigen Jahren, da wurden wir auf einmal alle Papst. Ganz Deutschland war im Ratzi-Fieber und genoss die kollektive Heiligsprechung. Doch plötzlich ist das alles vorbei, und niemand will mehr Papst sein, nicht mal der Papst selber. Wie konnte es dazu kommen?
Routinemäßig begnadigte der Heilige Vater eine Herde sündiger Schäfchen, die mal irgendwann wegen irgendwas exkommuniziert worden waren. Darunter auch Richard Williamson, ein durchgeknallter Bischof aus England, der unter anderem die Thesen vertritt, dass die Protestanten von Satan gelenkt werden und Frauen weder Hosen tragen noch an Universitäten zugelassen werden sollten.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Jetzt ist es amtlich (jedenfalls vorläufig): Stefan Raabs Wok WM auf Pro7 muss mit der durchgehenden Einblendung DAUERWERBESENDUNG versehen werden. Zum Schutz für die Zuschauer, damit die verstehen, dass die ganze Werbung darin als Werbung zu verstehen ist. Sehr gut. Es gibt ja auch noch nicht genug unnützes Gekrickel im Bild. Und da wir inzwischen ja alle wissen, dass das Publikum ohnehin größtenteils aus einem unreflektierten Haufen debil vor sich hin sabbernder Allesglotzer besteht, die gar nicht mitbekommen, was da eigentlich vor ihren Augen flackert, ist dies auch äußerst hilfreich. Obwohl ein solcher Warnhinweis dann eigentlich auch bei Wetten dass, Fußball, Formel Eins und allen anderen durch Werbebanner verzierten Sportevents Pflicht sein müsste, in denen die Protagonisten bis auf den Pimmel mit Sponsoren-Hinweisen zugekleistert sind.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ja, keine Frage – es ist wieder mal Jahresanfang! Und es fühlt sich eigentlich exakt an wie das letzte Jahr… und das davor oder das davor oder so. Es ist fucking kalt, wir kriegen von allen zu hören, dass wir den ohnehin engen Gürtel schon wieder enger und die Arschbacken zusammenkneifen müssen. Die Strassen sind gepflastert mit riesigen Bildern vom gebückten Uri Geller, dem hundert Raben aus dem Hintern fliegen, und der mit der baldigen Rückkehr seines mental verstrahlten Mentalistengeschwaders droht. Das Beklopptenheim des Grossen Bruders hat unter Ausschluss der Öffentlichkeit wieder eröffnet und eine Horde exhibitionistischer Ekelfressen ins betreute Wohnen gesperrt. Und überall um uns herum wurden die langweiligen Rückblicke durch die noch langweiligeren Vorschauen abgelöst, die alle nichts wirklich Gutes verheißen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
So, Schluss jetzt mit dem Geheule, ich kann dieses ganze Stöhnen und Klagen nicht mehr hören, wie schlecht es uns doch allen geht und wie schlimm die arme Wirtschaft leidet und was für eine harte Zeit wir vor uns haben! Alles Quatsch mit Soße, was Mimosen-Merkel und die ganzen Jammertitten der Regierung da jaulen, ich freue mich auf 2009, das wird ein Hammerjahr! Endlich geht es mal allen gleich scheiße! Die Superreichen dürfen endlich dieselben Existenzängste haben wie der durchschnittliche Hartz 4 – Empfänger, wir sitzen alle im selben Boot, und jeder kann sich sein Leck im Rumpf selber aussuchen! Sehr cool.
Also krempeln wir die Ärmel hoch und legen los! Hilfe ist angesagt. Über den Zusammenbruch unserer Freunde aus der Industrie und Finanzwelt wird seit Wochen ausführlicher und konsequenter berichtet als über jede Hungersnot oder Naturkatastrophe, und selten wurden so schnell von allen Regierungen der Erde so umfassende Multimilliardenpakete zur Hilfe aus den vorher nicht vorhandenen Portokassen gezaubert wie hierfür.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Liebe Leser jederlei Geschlechts, bitte erlauben Sie mir, Ihnen auf diesem Wege ein wunderbares Weihnachtsfest zu wünschen. Feiern Sie nach Herzenslust, hauen Sie noch mal so richtig auf die Kacke und schmücken Sie sie mit Lametta, packen Sie sich den Sack voller Geschenke und fressen Sie, bis die Hose platzt! Genießen Sie das Fest in vollen Zügen - es kann gut sein, dass wir dieses Jahr zum letzten mal Weihnachten feiern!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wenn einer anfängt zu betteln, kommt auch der Rest angeschissen. Das merkt derzeit auch unsere Große Koalition der Herzen in Berlin, denn nachdem diese den Fehler machte, den zuerst noch großkotzig abwinkenden Banken ihr kleines Milliarden-Care-Paket aufzudrängen, kam nach und nach ein Kapitalschnorrer nach dem anderen aus den Löchern gekrochen, um bei der Bescherung ja nicht vergessen zu werden. Und als die Banken langsam alle den Geldspeicher wieder gefüllt hatten, stand schon Opel auf der Matte, als erster Martinssänger der Autoindustrie. Aber mit Sicherheit nicht der letzte. Und wenn ich mir so die Finanzlage einiger befreundeter Fernsehsender und deren Familien anschaue, könnte ich mir schon vorstellen, wer Oma als nächstes um eine Tafel Schokolade anbettelt.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Meine Lieblingsgeschichte der letzten Wochen: die bayerische GEZ drohte einer zu 100% Schwerbehinderten, stummen und tauben 88-jährigen mit Zwangsvollstreckung wegen Nichtzahlung der Rundfunkgebühren! Klar, so leicht können sich diese Simulanten-Schnorrer nicht herausreden, sie hätte schließlich beim Inzestfest der Volksmusik die melodischen Vibrationen einfach ertasten können, und die Gute Laune-Schwingungen der öffentlich-rechtlichen Freudenspender erwärmen das Herz, auch wenn man weder sehen noch hören kann! Da muss man sich schon wirklich was Besseres ausdenken, um sich vor der GEZ zu drücken. Wie es sich herausstellte, war letzten Endes aber nur die Bürokratie schuld, weil die verschiedenen Anträge in unkorrekter Reihenfolge an die falschen Stellen gerichtet wurden oder so, und den gesunden Menschenverstand einzuschalten wäre einerseits gegen die Vorschriften und andererseits auch zu anstrengend gewesen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ein bisschen beleidigt bin ich ja schon: da wettert man selbst bereits seit Jahren auf das deutsche Fernsehen, beleidigt es samt seiner grinseärschigen Protagonisten aufs Kreativste, unterwandert das System, motzt und rotzt und klagt und schimpft, aber irgendwie scheint das keine Sau zu interessieren. Lass den kleinen dicken Mann ruhig reden, sagen sich die Verantwortlichen, ist doch niedlich, wie er sich aufregt, hahaha! Sicher hat er recht, irgendwie, aber wir können halt nix dagegen tun, ist nun mal so, lalala, komm, wir ziehen die Nase noch mal längsseits des Schreibtischs und machen früh Feierabend! Doch kaum kommt da so ein 88-jähriger Literaturpapst daher, schmeißt aus rechtmäßig genervter Langeweile den ehrenwerten Gästen des hehren deutschen Fernsehpreises ihre Statue vor die Mauken und sagt, dass er die ganze Grütze in der Glotze richtig zum Kotzen findet, da stehen sie alle da mit offenem Maul und glotzen wie ne Kuh wenn’s donnert! Und plötzlich fängt die ganze Nation an zu diskutieren, die Medien rotieren und alle fragen sich: Moment mal – ist das ganze Programm etwa in Wirklichkeit gar nicht so toll wie die Trailer bei RTL und SAT1 es immer behaupten? Aber die würden doch nicht lügen?

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Meine Lieblingsgeschichte der letzten Wochen: die bayerische GEZ drohte einer zu 100% Schwerbehinderten, stummen und tauben 88-jährigen mit Zwangsvollstreckung wegen Nichtzahlung der Rundfunkgebühren! Klar, so leicht können sich diese Simulanten-Schnorrer nicht herausreden, sie hätte schließlich beim Inzestfest der Volksmusik die melodischen Vibrationen einfach ertasten können, und die Gute Laune-Schwingungen der öffentlich-rechtlichen Freudenspender erwärmen das Herz, auch wenn man weder sehen noch hören kann! Da muss man sich schon wirklich was Besseres ausdenken, um sich vor der GEZ zu drücken. Wie es sich herausstellte, war letzten Endes aber nur die Bürokratie schuld, weil die verschiedenen Anträge in unkorrekter Reihenfolge an die falschen Stellen gerichtet wurden oder so, und den gesunden Menschenverstand einzuschalten wäre einerseits gegen die Vorschriften und andererseits auch zu anstrengend gewesen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Gibt es intelligentes Leben im All? Nun, auf der Erde jedenfalls nur begrenzt, das wissen wir inzwischen. So bleibt uns mehr denn je die Hoffnung, doch noch eines Tages auf ein paar kluge Glibberwesen im Universum zu treffen, deren Brägenmasse wir gegebenenfalls ein bisschen anzapfen könnten. Vor allem beim Fernsehen wäre dies mehr als nötig, und so versucht man wieder einmal, dass Notwendige mit dem Nützlichen zu verbinden, bzw. das Irrsinnige mit dem Bekloppten. Denn Pro7 plant endlich das, was seit Jahrzehnten tausende von doofen Nobelpreisträgern und Wissenschaftlern nicht auf die Reihe bekommen haben: den Kontakt mit Außerirdischen!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Na endlich traut sich mal einer zu sagen, was wir alle schon lange denken und hoffen: bedachtes Saufen mit Vernunft und Niveau fördert den Intellekt und lässt den alten Affen Besoffenheit in der verschlossenen Schublade der Unzurechnungsfähigkeit schlummern. Oder auf Bierzelt-Deutsch: Oan Kasten Bier, a Flascherl Korn, die stör’n mi net beim Autofoan! Zwei Maß Gerstensaft sind für einen echt kernigen Münchner jedenfalls noch lange kein Grund, so ein schwules Taxi zu rufen. Und das sagte nicht irgendwer, sondern ein richtiger Politiker, der Herrscher von Bayern, dem Land der Trinker und Denker, Günther Beckstein himself! Das kann also nur stimmen, die alte Schnapsnase ist schließlich eine Respektsperson und verantwortlich für das Schicksal mehrerer Millionen seiner Bürger, viele davon sogar noch in Lederhosen. Und wenn dieser kluge Mann aus eigener Erfahrung sagt, dass er nach zwei kleinen Litern Starkbier noch einigermaßen gerade nach Hause findet, ohne all zu viele Unschuldige umzufahren, dann wird er schon wissen, was er sagt.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Director's Cut! Diese Kolumne war für den Abdruck in TV Spielfilm zu lang. Exklusiv hier im Web daher die ungekürzte Version.
Da bekam ich als überzeugter Pazifist doch schon ein bisschen Angst, als ich neulich quer durch die Boulevard-Gazetten lesen musste, dass Markus Lanz die neue ‚Geheimwaffe des ZDF’ sein soll! Ehrlich gesagt war mir die heimliche medial-militärische Aufrüstung auf dem Lerchenberge bislang glatt entgangen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich in der idealistisch verblendeten Hoffnung gelebt, die Zeit des Kalten TV-Kriegs sei vorbei, und wir Zuschauer müssten keinen atomaren Schlagabtausch zwischen den Tele-Supermächten mehr fürchten. Enttarnt wurde der Lanzinator anscheinend durch seine Sommer-Vertretung vom bewährten Alteisen-Geschütz J.B. Kerner, dessen Sendeplatz er erfolgreich und tapfer gegen feindliche Übernahmeversuche sowohl gegnerischer Unterhaltungsprogramme als auch interner Rohrkrepierer zu verteidigen wusste. So ist Sir Lanzelot nun also vom Publikum fast unbemerkt zur geheimen Superwaffe des Ewig Zweiten geworden, wobei noch nicht bekannt wurde, ob es sich bei ihm um eine Mittelmassstreckenrakete, eine Lanzmine oder einen Arschflugkörper handelt.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Momentan ist wirklich ganz schön viel los auf der Welt, mein lieber Scholli, Mannomannomann. Da brummt es im Gebälk. Die Amerikaner haben nicht nur ihren blöderweise total illegal verschuldeten Irak-Krieg am Hacken, sondern auch noch die schwere Entscheidung, wer sie in Zukunft regieren soll: ein vergleichsweise junger, selbstbewusst pigmentierter intelligenter Demokrat, oder ein gewohnt burschikos-seniler Rumsbums-Republikaner. Keine leichte Wahl. Unsere lupenrein demokratischen Freunde aus Russland lassen es zur gleichen Zeit in Georgien mal so richtig krachen und bomben sich dort in der Zivilbevölkerung den nötigen Respekt zurück, was mit etwas Pech und Ungeschick doch glatt zu einem neuen Kalten Krieg zwischen Ost und West führen könnte. Was global gesehen mal auch nur so mittel wäre…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Kinder sind viel klüger als Erwachsene. Das hört man häufig. Und wenn man mal ein paar Stunden durch die TV-Programme zappt und sich die volljährigen Vollidioten dort anschaut, möchte man dieser Aussage Recht geben. Obwohl der Vergleich in dem Falle statt mit Kindern auch mit Schimpansen, Blutegeln oder Kaulquappen funktionieren würde.
Trotzdem wurde mir der messerscharfe analytische Verstand der oft unterschätzten Vollmensch-Azubis wieder einmal bewusst, als ich kürzlich bei einer befreundeten Familie zu Gast sein durfte, bei der der Fernseher lief, genauer gesagt SAT1. Gerade war kurz nach einer Sendung mit Kai Pflaume eine Sendung mit Kai Pflaume zu Ende gegangen, in deren Werbepausen Kai Pflaume für zusammengemantschte labberige Fleischersatz-Burger Werbung machte, und in deren Anschluss auf die nächsten tollen Sendungen mit Kai Pflaume hingewiesen wurde.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ein uralter Traum eines jeden Deutschen: nur einmal mit seinem Lieblings-Politiker gemeinsam in den Urlaub fahren! Wie viele sympathische arbeitslose junge Männer mit Migrationshintergrund und Jugendknast-Erfahrung würden beispielsweise gern mal mit Roland Koch in die Lüneburger Heide Zelten fahren, zu 14 Tagen Komasaufen und zwangloser Gruppendiskussion über Integration und Studiengebühren. Die meisten Familien mit mehr als 6 Kindern träumen vom Pilgern mit Gregor Gysi, Schnorcheln mit Gesine Schwan oder Para-Gliding mit Horst Köhler. 78% aller unverheirateten Männer über 45 hingegen, die noch bei ihrer Mutter wohnen, würden sich für eine Woche Robinson-Club mit Mama und Guido Westerwelle entscheiden. Und immerhin 0,01% der Gesamtbevölkerung könnten sich einen lustigen Sommer auf Balkonien bei Edmund Stoiber und seiner Muschi vorstellen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Okay, älter zu werden hat seine Nachteile, definitiv. Das unaufhaltsame Bewegen auf das wenig erstrebenswerte Lebensendziel ‚Alter Sack’ hat gewiss auch etwas Deprimierendes. Aber trotzdem bin ich froh, dass ich momentan nicht mehr jung sein muss. Nicht nur dass der geile Affe Pubertät einem viel zu viele Jahre lang wie ein sexuell erwachendes Damoklesschwert in der Hose hängt und den gesamten Hormonhaushalt durch den Mixer der Emotionen püriert, nein, man muss sich auch plötzlich noch mit so einem Pimpelkram wie Lebensplanung oder Zukunft Gedanken machen. Die so genannten ‚Erwachsenen’ sind dabei wenig hilfreich, im Gegenteil. Meist nehmen sie die jungen Vollmensch-Azubis gar nicht ernst oder fühlen sich von ihrer Vitalität belästigt, zudem erscheint die Mehrzahl der alten Arschgeigen als positives Beispiel für die Schönheit des Erwachsenseins nur bedingt geeignet.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Irgendetwas mache ich falsch. Manchmal wache ich morgens auf und sehe, dass kein Kamerateam in meinem Schlafzimmer steht, und dann denke ich: vielleicht bin ich gar kein richtiger Promi! Vielleicht bin ich nur einer von diesen komischen Normalos, die ja überall rumlaufen. Die keine Sau kennt und die in ihrem ganzen Leben noch nicht mal wen vom mdr bei sich in der Wohnung hatten. All diese seltsamen Leute, die tagsüber arbeiten, den Müll entsorgen, das doofe Brot backen, das wir essen oder nach nem Mittel gegen Krebs forschen und all so ein Scheiß, aber die man nie bei wirklich wichtigen Sachen sieht, wie auf der Aftershow-Party von Germanys Next Top Model oder so. Es hat sich nun mal vieles geändert in der Welt. Der Sinn des Lebens ist nicht mehr, selbiges zu überstehen, sondern dass andere einem dabei zusehen. Dadurch wird man berühmt, respektiert und zum Vorbild für andere.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Scheiße bauen ist kein Kavaliersdelikt. Aber es kann ja mal passieren. Das ist nicht schön, aber so ist halt das Leben. Die Frage bleibt nur: wie geht man selbst als aktiver Scheißebauer mit seinen Taten um? Nach vielen Jahrtausenden gelebter Unfähigkeit hat die Menschheit zwei Grundlinien dafür entwickelt: A) Reue zeigen und sich dafür entschuldigen. B) Den produzierten Bockmist stur aussitzen und genau so weitermachen. Während Variante A meist bei Verbockungen in kleinerem Kreise oder im zwischenmenschlichen Bereich gewählt wird, ist Reaktion B äußerst beliebt, sobald das verursachte Desaster eine breite Öffentlichkeit betrifft. In seltenen Fällen, so wie zB gerade aktuell bei der internationalen Abschiedstour von George Bush, wird auch mal eine Kombination aus beiden benutzt, allerdings erst wenn es einem ohnehin am Arsch vorbeigehen kann.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Immer wieder, wenn Fernsehmacher sich wurmgleich aus ihrer Verantwortung winden und versuchen wollen, ihre neuesten Verbrechen am menschlichen Verstand oder guten Geschmack zu entschuldigen, fallen Sätze wie: ‚Was sollen wir machen, das Publikum ist nun einmal doof und will so einen Scheiß sehen! Ich selbst finde das ja auch furchtbar.’ Und irgendwie scheinen sich in diesem Punkt ja auch im Grunde alle einig zu sein: die große Masse ist bekloppt! Die gucken, kaufen und fressen jeden Dreck, je blöder und offensichtlicher der Beschiss, desto größer seine Aussicht auf Erfolg.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Es ist heutzutage wirklich nicht mehr leicht, eine Frau zu sein. Wie definiert man sich als moderne, selbstständige XX-Chromosomenträgerin? Welchem der vielfältigen Rollenklischee-Rudel soll man sich verpflichtet fühlen, um ein erfolgreiches Leben in der Gemeinschaft aufrichtiger Weiblichkeit führen zu können? Irgendwie hatte Eva Herman schon recht, früher war das alles viel einfacher, als diese verschreckende Vielfalt der stark überschätzten Individualität noch nicht existierte und sich das Weib glücklich auf ihre von Gott gewollte Unterwerfung durch das universell überlegene Mannswesen konzentrieren konnte. Solange man nicht nachdachte oder versuchte, selbst etwas zu empfinden, wurde man zumindest vor schmerzhaften Fehlentscheidungen beschützt.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Auf einmal entrüsten sich sämtliche Menschen im Lande und alle Daten-, Mitarbeiter- und Tierschützer darüber, dass bei Lidl & Co seit Jahren professionell die Angestellten bespitzelt werden. Ja und? Ganze Nationen und Diktaturen funktionieren so, kaum ein Staat verzichtet freiwillig auf das Überwachen seiner minderbemittelten Bürger, wieso soll dann eine kleine wurstige Dosenfraß-Kette das nicht genau so machen? Spionieren und denunzieren ist eine ehrenhafte Tätigkeit auf möglichst freiwillig anmutender Basis, die von den meisten Regierungen dieser Erde sehr geschätzt wird, so lange es in ihrem Sinne geschieht. Es ist nicht nur international beliebt, sondern zudem auch eine grunddeutsche Tugend, wie unsere Vergangenheit beweist. Nicht nur in ideologischem oder regional-historischem Sinne, die Neugier am Leben der Anderen in Verbindung mit genetisch begründetem Hang zum Denunziantentum beginnt meist schon ganz privat beim eigenen Nachbarn…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Immer wenn es einem Sender eigentlich extrem peinlich ist, was für eine kreuzbescheuerte Vollbunken-Sülze er da mal wieder in den Äther abgeseilt hat, zieht er mit lässig anmutender Hilflosigkeit die ultimative Rechfertigungs-Trumpfkarte aus der Phrasenfibel für Scheisseschönredner: ‚Aber das Publikum will ja genau das sehen!’ Tja, was kann man darauf schon antworten? Vielleicht ‚Sprich nicht für mich, Du arrogantes Arschloch, ich bin auch das Publikum und will ganz bestimmt nicht, dass deine verdreckte Hirngrütze meinen Bildschirm besudelt!’ So was in der Art wäre zumindest inhaltlich korrekt, wenngleich wahrscheinlich zu höflich, aber der clevere Redakteur würde als Erwiderung nur feist grinsend einen Ordner mit krickeligen Verlaufskurven, Rezipienten-Analysen und Einschaltquoten-Diagrammen auf den Tisch legen und uns darauf punktgenau und zweifelsfrei beweisen, dass genau die gleiche Lulle zu anderer Zeit auf einem anderen Programm in einem fernen Land hinter dem Regenbogen aber ganz besonders dolle super abgeschnitten hat…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
‚Ach ja, das Fernsehen wird wirklich immer schlimmer!’ Zugegebenermaßen eine Plattitüde, aber inhaltlich trotzdem irgendwie richtig. Wohingegen der Umkehrschluss ‚Früher, da war das Programm noch viel besser’ nicht nur eine abgedroschene Phrase, sondern auch eine faktische Falschaussage darstellt. Egal was unser trügerisches Gedächtnis oder all die vielen Fernseh-Highlight-Memory-Shows uns weismachen wollen! Denn wenn wir älteren Säcke aus dem gerade noch akzeptierten Randsegment der Werberelevanten Zielgruppe einmal den Schleier der nostalgischen Verklärung vom persönlichen Erinnerungsspeicher lüften und versuchen, uns beispielsweise bewusst an die TV-Realität der 70er-Jahre zurück zu besinnen, werden wir vor allem das Gefühl von Unterhaltungsarmut, Einsamkeit und Mangelerscheinungen erfahren.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Gesucht wird ja immer irgendwas im deutschen Fernsehen, zumindest seit einigen Jahren, als man plötzlich merkte, dass das wohl irgendwie doch nicht reicht, was da so auf den Bildschirmen rum läuft. Superstars zum Beispiel, davon gab es ja eigentlich schon genug, dachte man, aber plötzlich rief RTL Deutschland dazu auf, einen neuen zu suchen. Cool, ein ganzes Land sucht nur einen einzigen Superstar, das kannte man vorher nur aus dem Märchen mit Aschenputtel oder aus den USA mit Osama Bin Laden. So wurde irgendwann auf allen Sendern gesucht und gecastet wie blöd und verrückt, und wenn man dann was gefunden hatte, bemühte man sich mit vereinten Kräften, die Person möglichst schnell wieder zu vergessen, um gleich jemand neues suchen zu können. Absurd, aber unterhaltsam!

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Na da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Kann man denn niemandem mehr trauen, nicht mal den Betrügern? Da wird seit Jahrzehnten in aller Öffentlichkeit darüber geredet und gelacht, wie einfach man Geld im Aktenköfferchen am Staat vorbei in die kleinen putzigen Steueroasen verschieben kann – und dann kommt doch plötzlich glatt heraus, dass diese doofen Reichen das auch wirklich alle gemacht haben! Verdammt, so was konnte ja keiner ahnen, das war doch nur als theoretisches Schlupfloch zum charmanten Staatsbeschiss gedacht. Eine augenzwinkernd dargebotene Möglichkeit zur pfiffigen Fiskus-Verarsche, die selbstverständlich kein anständiger Bürger jemals in Anspruch nehmen würde. Schließlich lieben wir unser Land und zahlen Steuern mit Stolz und Vergnügen, fast so gern wie Parktickets und GEZ-Gebühren…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wenn man dem alten Goethe glauben darf, so verkaufte vor langer Zeit ein eigentlich kluger, aber frustrierter Mann namens Faust seine Seele dem Teufel, um im Gegenzug auf Erden ein bisschen mehr Fun und Lässigkeit zu erfahren. Wie wir wissen, ging das gehörig in die Hose, und relativ lange hat man vom alten Seelensammler Mephistopheles keine öffentlichen Kaufgesuche mehr mitbekommen. Wahrscheinlich, weil die Hölle bereits voll ist und er seine Prioritäten inzwischen verlagert hat: Seelen nicht mehr erwerben und behalten, sondern brechen, verspotten und drauf pissen. Zu diesem Zweck hat er dann das Fernsehen erfunden…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von CINEMA.]
<Geschafft! Wieder eine Berlinale abgehakt und ohne Augenschaden oder Alkoholvergiftung überstanden. Puh! Zwei Wochen Feiern, Fressen, Filme gucken – die Berlinale ist halt nichts für Mädchen. Und wer sein Promi-Party-Pilgern und Kamikaze-Cocktails-Saugen im Fließband-Feten-Modus mit kultureller Dauererektion nicht auf ein gesundes Maß zu reduzieren wusste, sah nach 14 Tagen Fröhlichkeit am Ende aus wie die Rolling Stones auf dem Roten Teppich beim Eröffnungsfilm.
Denn - das sollte man mitbekommen haben – hinter uns liegt die musikalischste Berlinale aller Zeiten! Snacks & Drinks & Rock'n'roll, yeah, man! Weil nämlich so viele Musiker da waren wie noch nie, z.B. Madonna, Patti Smith, Madonna, die Rolling Stones, Madonna oder auch die legendären Lederlappen-Visagen rund um Mick Jagger. Allerdings verwunderte es schon ein klein wenig, dass ihnen die Ehre der Festival-Eröffnung mit einem ihrer Konzert-Live-Mitschnitte SHINE A LIGHT zuteil wurde, aber okay, wenn Martin Scorsese himself Regie dabei führt, kann man nun mal nix dagegen sagen. So was Hochklassiges kriegen dann halt doch nur die Amis hin, wir hätten das nicht zu bieten. Vielleicht Wim Wenders, der die Tour von Tokio Hotel begleitet. Oder Helmut Dietl inszeniert Die Flippers live. Höchstens noch Bully dreht ein Ballermann-Open Air von DJ Ötzi als Animationsfilm…

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Schon im Wilden Westen wusste man, was das Wichtigste war, wenn man Gold gefunden hatte: schnell sein und sofort den Claim abstecken! Das ist meins, Ihr dreckigen Bastarde, und wer sich an meinem Eigentum vergreifen will, kriegt eine Kugel in den Bauch, haha! Heute hat sich inhaltlich kaum etwas geändert, nur bezeichnet der Claim eher den Slogan eines Produkts oder Senders. Jenen megacoolen Hirnhängenbleiber, der unverwechselbar mit seinem Besitzer verbunden ist und seinen Erfolg begründet. So wie MEIN RTL! – niemand wüsste beim Gucken wem sein RTL das eigentlich sein tut, aber so fühlt man, dass der Scheiß, der da läuft, einem ganz allein gehört. Das vermittelt ein wohliges Gefühl und mindert die Kritikfähigkeit: ja, okay, das ist zwar nur Dreck, aber was soll ich machen, es ist schließlich meins! Für so eine Jahrhundertidee kassiert eine Werbeagentur ein Schweinegeld, und das mit Recht. RTL – BEHALT’S DOCH, DU ARSCH! würde ich den Kölnern allerdings sogar umsonst zur Verfügung stellen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Diese Nachricht traf mich doch persönlich: laut irgendeiner hochbrisanten neuen Statistik ist jeder zweite Deutsche zu dick! Meine beiden Nachbarn links und rechts grinsen seitdem immer ziemlich überheblich, wenn sie mich sehen. Den Ergebnissen der Studie nach gibt es dabei ein deutliches Ost-West-Gefälle: die dicksten Menschen leben demnach im Osten. Damals vom Begrüßungsgeld wahrscheinlich gleich einen Eimer Schleckerkram gekauft. Und auf dem Lande ist man auch sehr fett, viel mehr als in der Stadt, wo man durchschnittlich dünner ist, weil man sich zwischen all den Autos durchschlängeln und in coolen engen Szene-Bars zusammenquetschen muss. In den ländlichen Regionen hat man körperlich mehr Platz, sich nach allen Seiten auszudehnen, da macht Fettleibigkeit deshalb erst richtig Sinn. In der Wildnis muss man sich außerdem einen Schutzpanzer gegen die Kälte zulegen und braucht zum Überleben eine körperlich mächtige Erscheinung als Einschüchterung gegen die Tiere, damit man nicht von einer wilden Kuh oder einem Mähdrescher gerissen wird.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
„Du, das Aussehen ist nicht so wichtig! Ich würde auch dann nicht mit Dir zusammen sein wollen, wenn du weniger hässlich wärst.“ Wie oft haben die meisten von uns diesen Satz wohl schon gehört. Zehn Cent für jedes Mal dass diese Lüge uns verlegen lächelnd aufgetischt wurde, und wir hätten längst die Kohle für die Schönheitsoperation im Sack. Plus Friseur. Falls das überhaupt noch hilft. Ist ja auch egal, denn es kommt nun mal wirklich nicht aufs Äußere an. Man kann auch depressiv, einsam und abgefuckt sein, wenn man kein kokainsüchtiges Supermodel ist. Geht alles. Erfolgreiche Unzufriedenheit verlangt oft nichts als etwas Kreativität und Mut zum aktiven Pessimismus.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von CINEMA.]
Vielleicht ignorieren die Deutschen den eigentlich hervorragend gelungenen Todeszug nach Yuma trotz Russell Crowe und Christian Bale einfach nur deshalb, weil sie vom Thema Bahn inzwischen generell die Schnauze voll haben und glauben, es handelt sich bei dem Film lediglich um die Aufzeichnung der letzten Tarifrunde von Schell und Mehrdorn. Oder sie befürchten, kurz vor dem Film streikt doch wieder der Vorführer oder macht noch eine Ansage für das Monatsangebot im Mitropa-Restaurant. Mag aber auch sein, dass wir schon immer so viel mit dem eigenen Osten zu tun hatten, dass wir deshalb einen guten Western einfach nicht mehr zu schätzen wissen. Schade. Vor allem für die Zuschauer, denn die verpassen was. Nämlich einen im besten Sinne klassischen Western, der modern erzählt, aber auf wunderbar altmodische Weise einfach verdammt cool, spannend und niemals langweilig ist. Dafür stolze vier von fünf doppelten Whiskys und noch einen halben für den Ritt nach Hause.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von kressreport.]
Ich liebe es, wenn ein Jahr zu Ende geht. Egal wie vermurkst und unbedeutend es im Grunde auch gewesen sein mag, wenn erst die medialen Bedeutungsträger und stolzen Überlebenden der letzten 365 Tage fett lächelnd auf den ehrwürdigen Jahresrückblick-Sitzgruppen hocken, in bunten Rückblicken gefeiert und mit Preisen beworfen werden, dann ist man als fauler Zuschauer doch auf seltsame Art stolz, dabei gewesen zu sein, auch wenn man selbst den Arsch mal wieder nicht hoch bekommen hat. Aber man hat das zurückliegende Monatsdutzend zumindest großzügig mit den Helden geteilt und sich zu ihren Gunsten respektvoll und dezent im Hintergrund gehalten. Passiver Aktivismus gewissermaßen.

[Text: Oliver Kalkofe, mit freundlicher Genehmigung von TV Spielfilm.]
Wahnsinn, so etwas geht eben doch nur in den total verrückten USA: das Fernsehen, Motor des passiven Lebens und intellektuelles Formfleisch der öffentlichen Meinung, geistiger Ernährer des Volkes und augenzwinkernder Entspanner der Nation, befindet sich in paralysierter Schockstarre. Bereits seit Wochen ist der gesamte nationale TV-Apparat auf Pause geschaltet, beinahe alle laufenden Serienstaffeln sind unterbrochen und sämtliche Late Night-Formate setzen aus, stattdessen wird das Programm mit hektisch herausgekramten Wiederholungen aufgefüllt. Und warum? Weil die AUTOREN streiken!
Zeit für berechtigte Verwirrung beim Leser dieser Zeilen in Deutschland. Autoren? Was ist das überhaupt? Wozu braucht man die denn? Und dürfen nicht eigentlich nur Leute streiken, die richtig arbeiten? Seltsam, was bei den crazy Amis alles so möglich ist…